Das Logo des Förderprogramms "Dritte Orte" – die gezeichnete Skizze eines Dorfes mit zahlreichen kulturellen Aktivitäten

Dritte Orte

Dritte Orte sind Plätze des Zusammentreffens und bieten Menschen die Möglichkeit der Begegnung mit Kunst und Kultur in ländlichen Räumen. Deswegen fördert das Ministerium für Kultur und Wissenschaft die Konzeptentwicklung und -umsetzung für solche Orte der Begegnung.

Kulturelle Infrastruktur ausbauen Häuser für Kultur und Begegnung in ländlichen Räumen

Mit dem Förderprogramm „Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung in ländlichen Räumen" soll sowohl die Entwicklung neuer konzeptioneller Ansätze für die kulturelle Infrastruktur im ländlichen Raum als auch deren Umsetzung gefördert werden.

Das neue Förderprogramm hat eine Laufzeit von 2019 bis 2023 und ist aufgeteilt in zwei Förderphasen:

  • Förderphase 1: Entwicklung von Konzepten für die (Weiter-)Entwicklung einer Kultureinrichtung zu einem "Dritten Ort" (Laufzeit 10/2019 bis 09/2020)
  • Förderphase 2: Umsetzung von Konzepten "Dritter Orte" (Laufzeit 02/2021 bis 12/2023)

Für die Jahre 2019 bis 2023 sind, vorbehaltlich der Mittelbereitstellung durch den Haushaltsgesetzgeber, Fördermittel in Höhe von 9,75 Millionen Euro eingeplant, davon entfallen 750.000 Euro auf die Förderphase 1 und 9 Millionen Euro auf die Förderphase 2.

Die Modalitäten für die Förderphase 2 werden mit erneuter Ausschreibung voraussichtlich Anfang 2020 bekannt gegeben.

Förderphase 1 Konzeptentwicklung

In der Förderphase 1 des Programms „Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung in ländlichen Räumen" konnten sich Kultureinrichtungen für eine Förderung bei der Entwicklung von Konzepten für die (Weiter-)Entwicklung einer Kultureinrichtung zu einem "Dritten Ort" bewerben.

Bewerbungsfrist für die erste Förderphase war der 30.04.2019.

Folgende 17 Vorhaben erhalten in der ersten Phase des Förderprogramms eine Konzeptförderung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen:

Qulturwerkstatt e.V., Netphen

Begründung der Jury

Initiative von Künstlerinnen und Künstlern, die auf Bedarfslage im sehr ländlichen Raum reagieren und dafür eine Scheune in einem größeren Gebäudekomplex nutzen wollen.

Die Jury hat dieses Vorhaben auf Grund der besonders kreativen Konzeptansätze ausgewählt.

Hintergrund

Die Qulturwerkstatt e.V. hat das Ziel in einer historischen Scheune in Netphen-Deuz einen Kultur- und Begegnungsort zu eröffnen.

Der Stadt Netphen und den meisten ihrer Ortsteile mangelt es an durchgängig geöffneten Begeg-nungsorten sowie kulturellen Angeboten, besonders im Kinder- und Jugendbereich. Auf diese Bedarfslage im sehr ländlichen Raum möchte der neue Verein Qulturwerkstatt reagieren. Neben Veranstaltungen zum Zuschauen und -hören, soll es vor allem Angebote zum Mitmachen geben, die ermächtigen, selbst künstlerisch aktiv zu werden und sich mit anderen über die gemachten ästhetischen Erfahrungen auszutauschen. So wird etwa ein Film nicht einfach nur gezeigt, sondern von einem Rahmenprogramm begleitet, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst die Kamera in die Hand nehmen und anschließend beim gemeinsamen Getränk im Qulturcafé diskutieren können.

Etablierte Vereine und Akteure aus Netphen werden gezielt in diese Arbeit eingebunden, um darüber auch neue Formen der Kultur- und Vereinsarbeit zu erproben. Im besten Fall entsteht in der Qulturwerkstatt auf diese Weise eine Keimzelle für die Entwicklung des Dorflebens und der regionalen Kultur. Auch wenn der Schwerpunkt der Qulturwerkstatt auf der Kinder- und Jugendarbeit liegt, sollen unter anderem über die Zusammenarbeit mit weiteren Partnern kooperative Angebote für Menschen jeden Alters und jeder Herkunft entwickelt werden.

Die Räumlichkeiten in der historischen Scheune bieten Platz und Potential für ein breites Angebot aus Kunst- und Kulturveranstaltungen, Kursen, Workshops sowie einen Ort für Begegnungen. Mit den Mitteln des Förderprogramms „Dritte Orte“ soll das Nutzungskonzept weiterentwickelt und zusammen mit der baulichen Machbarkeit geprüft werden.

Gemeinde Schalksmühle

Begründung der Jury

Vorhaben im sehr ländlichen Raum, das die Umnutzung eines Kirchengebäudes (ehemalige Kreuzkirche Am Mathagen) zu einem Kultur-, Bildungs- und Begegnungszentrum zum Ziel hat.

Die Jury hat besonders das fundierte Akteursspektrum hervorgehoben.

Hintergrund

Die Kreuzkirche in Schalksmühle soll zu einem Dritten Ort entwickelt werden.

Damit reagiert das Netzwerk der Akteure (Gemeinde, Musikschule, Kirchengemeinde, mehrere Vereine) auf den Bedarf nach Räumen für Kulturveranstaltungen, Musik- und Volkshochschule sowie Vereine und bürgerschaftliches Engagement, deren Bündelung Synergien schaffen und mit einem gastronomischen Angebot ergänzt werden soll.

Die Evangelische Kirchengemeinde muss die Kreuzkirche auf Grund sinkender Mitgliederzahlen aufgeben; als Veranstaltungsraum für klassische Konzerte hat sie sich bereits bewährt. Sie unterstützt die Umnutzung ausdrücklich und ist bereit, sich in den Prozess einzubringen. Die Verwaltung hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, um zunächst die baulichen und verkehrsrechtlichen Rahmenbedingungen abzuklopfen.

In dem bisherigen Gemeindezentrum sollen Büro-, Gruppen- und Proberäume entstehen. Neben Musikschule und VHS könnten z.B. auch die noch aktiven Gruppen der bisherigen Kirchengemeinde die Räumlichkeiten (weiter)nutzen. Zudem wird eine Vernetzung dieses Ortes mit den Musikschul- und VHS-Standorten in den benachbarten Kooperationskommunen geplant. Weitere Bedarfe von anderen lokalen Vereinen oder Institutionen sind zu erwarten. Bauliche Erweiterungen sind hier möglich. In der bisherigen Kirche könnten neben den kommunalen Kulturveranstaltungen dann sämtliche Musikschulkonzerte/-vorspiele und auch größere VHS-Veranstaltungen stattfinden sowie weitere öffentliche Nutzungen.

Das Konzept wird ab Herbst 2019 mit breiter Beteiligung entwickelt – von temporären „Verwandlungen“ über Workshops mit den künftigen Nutzern und Hinzuziehung von Experten.

Stadt Schmallenberg

Begründung der Jury

Kulturangebote werden überwiegend durch Ehrenamt getragen und treffen auf eine sehr dezentrale Stadtstruktur. Als „Dritter Ort“ soll das Informationszentrum für Holz und Touristik genutzt werden.

Die Jury hat die besondere Herausforderung sowie die Einbindung des Aspekts „Digitalisierung“ betont.

Hintergrund

Das markante, bereits stark frequentierte Informationszentrum für Holz und Touristik soll zum zentralen kulturellen „Dritten Ort“ weiterentwickelt werden.

Ziel ist eine bauliche Weiterentwicklung, um qualitativ hochwertigen Raum für Kultur und Kulturvermittlung zu schaffen. Dazu gehört eine umfängliche Digitalisierung analoger Veranstaltungen, um sie zeitlich und räumlich barrierefrei zu machen.

Das Akteursnetzwerk (Stadt Schmallenberg, Kulturbüro; Schmallenberger Sauerland Tourismus) setzt damit die gute Kooperation zwischen haupt- und ehrenamtlicher Kulturarbeit mit überregionaler Aufmerksamkeit fort und geht von folgender Ausgangslage aus:

In ländlichen Räumen kann fehlende Mobilität für die einheimische Bevölkerung, besonders bei älteren Menschen, ein wichtiger Grund sein, warum sie nicht am kulturellen Leben teilnehmen können. Berufstätige pendeln oft weite Strecken zur Arbeit und habe dadurch oftmals weder die Zeit noch die Energie, nach der Arbeit an Veranstaltungen teilzunehmen. Und Jugendliche leben vielfach mehr in einer digitalen Welt, die in ländlichen Räumen kulturell zuweilen rückständig ist.

Nun soll ein zentraler Ort entwickelt werden, an dem Kultur und Kulturvermittlung stattfinden, der Raum für Treffen und Vernetzung schafft, in seiner klassischen Modernität jeden Menschen, jung oder alt, Einheimischer oder Tourist, anspricht. Neben der Schaffung neuer Kulturräumlichkeiten soll ein besonderes Augenmerk auf dem Aspekt der Digitalisierung liegen. Analoge Veranstaltungen vor Ort sollen medial begleitet, transferiert und weiter verwendet werden können, um diese jedem Menschen, zu jeder Zeit und an jedem Ort - also ohne jegliche Barrieren - zugänglich zu machen.

We love Warstein e.V.

Begründung der Jury

Initiative geht auf jüngere Generation zurück und will in einer alten Direktoren-Villa in zentraler Lage die Aspekte Kultur, Bildung und Arbeit miteinander verknüpfen.

Die Jury hat den Ansatz einer Mischung aus kommerzieller und nicht-kommerzieller Nutzung besonders hervorgehoben.

Hintergrund

Der Verein We love Warstein will eine historische Direktorenvilla in zentraler Lage als Dritten Ort entwickeln. Früher als Café in positiver Erinnerung, hat sich das nun leerstehende Gebäude im Zuge einer temporären Nutzung 2017 schnell wieder als Verweil- und Kulturort für Schülerinnen und Schüler, Vereine, Kreative, Musikerinnen und Musiker sowie Privatpersonen etabliert.

Leerstände sind Teil des Stadtbilds auch der Stadt Warstein. Anders als in urbanen Gegenden kann man hier jedoch mit einem relativ geringen Investment Ideen umsetzen. Mutige Macher können bauliche Projekte realisieren, die Menschen aus der direkten Umgebung, aber auch aus Ferne anziehen. Das Netzwerk rund um den Verein (Kommune, Kreis, LWL, Unternehmer, Handwerker) strebt daher ein innovativ gedachtes, ordentlich umgesetztes Konzept mit klar definierten Absichten und Zielgruppen an (Schülerinnen und Schüler, Studierende, junge Menschen, Vereine, Unternehmen).

Partner sollen auch überregionale Kulturunternehmer werden, um urbane künstlerische Elemente und Projekte zu platzieren. Die Verbindungen zu Künstlerinnen und Künstlern (aus Deutschland, Asien und den USA) und kunstfördernden Unternehmen aus dem Raum Berlin haben das Team in 2018 zu zahlreichen Unternehmungen bewegt. Veranstaltungsthemen waren dabei neben Jugendkultur bspw. Musik, Handwerk, Malerei, Entrepreneurship, Digitalisierung oder auch Bildungsthemen.

Die Idee ist ein multifunktionales Nutzungskonzept mit dem Fokus auf Kulturförderung, Bildung und Arbeit. Das Erdgeschoss und der angrenzende Garten sollen dabei den Kernbereich darstellen. Durch die Befragung von Schülerinnen und Schülern, Studierenden und jungen Interessierten sind Nutzungsideen entstanden wie: Coworking Space, Café, Musikbühne, Studierenden WGs oder auch ein Hostelbetrieb ("Self Service Budget Motel"), die nun mit einer kulturellen Programmatik verbunden werden.

We love Warstein hat in 2017 und 2018 für das gesellschaftliche Engagement den LWL Jugendkulturpreis und Ehrenamtspreis Soest gewonnen und im April 2019 den ersten Stern der Regionale 2025 erhalten.

Stadt Harsewinkel

Begründung der Jury

Ein eingeführter Ort, eine seit 1788 im Ortskern betriebene Gaststätte, soll sich mit stark aufgestelltem Netzwerk weiterentwickeln und mit innovativen Ideen neue Zielgruppen erreichen.

Die Jury hat diesen Ansatz als ein Modellvorhaben für den Umgang mit Gaststätten als Kultur- und Begegnungsorte ausgewählt und das Partizipationsverfahren gelobt.

Hintergrund

Die Gaststätte "Wilhalm" in Harsewinkel soll wiederbelebt und zu einem Ort für Kultur, Bildung und Zusammenhalt gerade bei wachsender Vielfalt im Ort entwickelt werden.

Mit der Betriebsaufgabe durch den ehemaligen Inhaber droht in Harsewinkel ein zentraler Ort der Begegnung und des gesellschaftlichen Zusammenhalts zu verschwinde. Parallel dazu gibt es einen Bedarf an Veranstaltungsräumen für Kleinkunst-, Theater- und Musikveranstaltungen, Lesungen und Ausstellungen sowie Angebote für Jugendliche.

Aus diesem Grund haben sich die Stadt Harsewinkel, die Volkshochschule und ein Kultur- und Bildungsverein zusammengetan, ein nachhaltiges Nutzungs- und Betriebskonzept zu entwickeln. In einem ersten Schritt hat die Stadt Harsewinkel die Gaststätte erworben. Im nächsten Schritt, der Konzeptentwicklung, wollen die Partner ein effektives Netzwerk von Akteuren aus der Kommunalpolitik, Stadtverwaltung (inkl. Volkshochschule), Schullandschaft sowie Vereinen, Verbänden und Privatpersonen etablieren. Dabei sollen insbesondere die zukünftigen Nutzergruppen des Ortes frühzeitig beteiligt werden. Es soll auch geklärt werden, wie der Ort gestaltet werden soll, damit er einladend ist, man gern auch allein dorthin geht und ein informelles Zusammenkommen möglich ist. Gleichzeitig sollen kulturelle und künstlerische Projekte mit der heimischen Zivilgesellschaft entwickelt werden, die am „Dritten Ort“ verwirklicht werden können, um Begegnungsräume zu schaffen. Vorgesehen sind z.B. ein Repair- und Erzählcafé, eine Demokratiewerkstatt, ein Volkshochschul-Kunstatelier, ein künstlerischer Makerspace für technikbegeisterte Kreative.

Darüber hinaus wurden erste Gespräche mit potenziellen Projektpartnern geführt, die sich vorstellen können, sich um den Betrieb der Einrichtung, der gastronomische Nutzung des Saals und die Hotel-/Gästezimmer zu kümmern. Im Rahmen des Prozesses soll ein Organisations- und Betriebskonzept entwickelt werden, das auf haupt- und ehrenamtlichen Strukturen aufbaut, die Vielfalt der Nutzung als niederschwelligen Kultur- und Begegnungsort ermöglicht und die Gastätte „Wilhalm“ als ortsgeschichtlich bedeutungsvolles Gebäude für Harsewinkel langfristig sichert.

Landeseisenbahn Lippe e.V., Extertal

Begründung der Jury

Aus einem mobilen Angebot soll in der Bahnmeisterei ein fester Treffpunkt mit Schwerpunkt Jugendkultur werden.

Die Jury hat besonders die gute Vernetzung in der Region, den jugendlichen und originellen Konzeptansatz und die Verbindung von zentraler und dezentraler Jugendarbeit hervorgehoben.

Hintergrund

Nordlippe - Farmbeck. Anschluss an die Zukunft: Eine Bahnmeisterei für den historischen Eisenbahnbetrieb, eine Eisenbahnstrecke und ein 90 Jahre alter Gepäckwagen als rollendes Jugendzentrum und Europawaggon bilden den bestehenden dritten Ort, der ausgebaut und weiteren Akteuren zugänglich gemacht werden soll.

Die Landeseisenbahn Lippe mit über 200 Mitgliedern vernetzt als feststehende Tourismusmarke viele regionale Angebote in Nordlippe: Draisinen, Wanderwegenetze, offene Jugendarbeit, Beschäftigungsförderung, Bildungsangebote, Kulturveranstaltungen, regionale Gastronomie und vieles mehr. Die bestehenden Netzwerke, Kompetenzen und Alleinstellungsmerkmale können genutzt werden, um den dritten Ort auszubauen und damit die Möglichkeiten und Angebote bekannter, attraktiver und besser erreichbar zu machen.

Das Gelände der Bahnmeisterei wird zum zentralen und dauerhaft nutzbaren Kultur- und Begegnungsort umgestaltet. Mit Kooperationspartnern aus der Region werden die Gebäude als Grundlage für erste Planungsüberlegungen untersucht. Mit dem Konzept sollen die Nutzungen konkretisiert und ein Angebot niederschwelliger Formate für Jung und Alt entwickelt werden.

Durch die Kombination des dritten Orts “Bahnmeisterei” als zentralen Platz und dem Jugendwaggon als dezentralen Ort reagiert das Projekt gezielt und auf besondere Weise auf die Herausforderungen des ländlichen Raums um Kultur- und Begegnungsangebote für jeden zugänglich zu machen.

Löhne umsteigen e.V.

Begründung der Jury

Ein leerstehender Bahnhof soll in Kooperation von Verein und Stadtbibliothek wieder mit Leben gefüllt werden.

Die Jury hat die bisherige Genese des Projekts als guten Ausgangspunkt und das starke Identifikationspotenzial mit dem Ort hervorgehoben.

Hintergrund

Seit 2014 hat sich in Löhne aus einer Bürgerinitiative heraus ein Verein gegründet, der in Kooperation mit der Stadt Löhne den dortigen leer stehenden Bahnhof wieder mit Leben füllen will. Unter dem Namen „Löhne umsteigen – Der Bahnhof e.V.“ setzt sich der Verein dafür ein, den Identitätsanker der Stadt wieder zur Visitenkarte und einem lebendigen Ort für die Bürgerschaft werden zu lassen.

Als Kooperationspartner mit an Bord ist die Stadtbibliothek, die ihren zukünftigen neuen Standort im alten Bahnhof finden soll. Damit ergeben sich auch für diesen Kulturträger neue Chancen, an dem Aufbau der neuen Identität des Ortes mitzuwirken. Sie wirkt als öffentlicher Raum für Begegnung und Aufenthalt: Lernort, Treffpunkt des Ortes, sozialer Ort, realer Treffpunkt im digitalen Zeitalter. Die Einrichtung erreicht große Teile der Bevölkerung und ihre Angebote werden von Menschen jeden Alters sowie jeder kulturellen oder sozialen Herkunft wahrgenommen.

In kaum einer Stadt im Land NRW haben der Bahnhof und die Eisenbahn eine so weitreichende Bedeutung für das Selbstverständnis der Bürgerinnen und Bürger wie in Löhne. Der Bahnhof gehört zu den ältesten und Identität stiftenden Gebäuden. Das Bahnhofsgebäude liegt genau in der Mitte zwischen drei trennenden Verkehrslinien Werre, Bahn und Autobahn. Wie kann die städtische Identität der Bürgerschaft weiter gefestigt werden? Von der Beantwortung dieser Frage hängt ein wichtiger Teil des zukünftigen Stadtentwicklungsprozesses ab. Ein Ort der Begegnung und Integration soll geschaffen werden.

Das erste Stationsgebäude des Bahnhofs in Löhne wurde um 1860 errichtet im Rahmen des Ausbaus der zweispurigen Bahnstrecke Köln-Minden. Zwischen 1913 bis 1917 wurde die Strecke erweitert. Es entstanden der neue Bahnhof mit insgesamt 16 Gleisen, der große Verschiebebahnhof und das Betriebswerk in Löhne-Ort. Durch den Antikriegsroman „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque wurde der Bahnhof nach dem ersten Weltkrieg weltberühmt. „Löhne umsteigen“ lautete die Parole einer Übung für Soldaten, in Szene gesetzt in dem gleichnamigen Film zum Roman.

Weite Teile des großen Bahnhofsgebäudes stehen nun jedoch leer. Das Gelände bot lange Zeit einen verwahrlosten Eindruck. Durch einen glücklichen Umstand gelangte das Gebäude dann in die Hände von Eigentümern, die sich mit großer Offenheit für die entstehenden neuen Formen der Nutzung zusammen mit engagierten Löhner Bürgerinnen und Bürgern und der Stadt Löhne an einem zukunftsweisenden Nutzungskonzept einsetzen.

Dabei können die Akteure auf die Erfahrungen eines bereits begonnenen Testbetriebs zurückgreifen. Provisorisch wurden in den letzten Jahren Teile des Gebäudes hergerichtet. Eine Besonderheit des Projektvorhabens „Löhne umsteigen“ liegt in der möglichen Kombination der Landesprogramme „Dritte Orte“ und „Initiative ergreifen“. Letzteres setzt den Schwerpunkt des Qualifizierungsprozesses auf die Initiative bürgerschaftlich getragener und verantworteter Stadtentwicklungsprojekte. Im Zuge der Konzeptentwicklung für einen „Dritten Ort im alten Bahnhof Löhne“ ergibt sich nun die Chance, die bereits zahlreichen Ideen und Ansätze in einem kompakten Prozess weiter zu schärfen.

Life House / JFK Stemwede e.V.

Begründung der Jury

Das Jugendkulturzentrum versteht Offenheit und Veränderung als Prinzip seiner Arbeit und zeigt sich selbstbewusst im Hinblick auf eine Weiterentwicklung zu einem Dritten Ort.

Die Jury hat das besondere Maß an Engagement und Vernetzung der Akteure sowie die große Offenheit für Transformationsprozesse hervorgehoben.

Hintergrund

Der Verein für Jugend, Freizeit und Kultur in Stemwede e.V. möchte das bestehende Life House zu einem Dritte Ort weiterentwickeln. Der Ort besteht bereits seit 2001 – nun aber sollen Angebote ergänzt werden und gemeinsam mit Partnern daran gearbeitet werden, dass die Verantwortungsstrukturen generationsübergreifend und nachhaltig angepasst werden. Langjährige Erfahrung soll mit jungen Ideen einhergehen.

Der JFK verfügt über eine breite Basis an ehrenamtlichen Mitgliedern und versteht sich als bündelnde Plattform für die Entwicklung der Gemeinde. Viele außergewöhnliche Angebote und Aktivitäten konnten bereits realisiert werden. Neben Kinder- und Jugendarbeit bietet der JFK Bildungs- und Inklusionsangebote an und engagiert sich im Bereich der Flüchtlingsarbeit. Der neue Dritte Ort soll vor allem Kulturinitiativen und Kulturaktive der Region bündeln.

Im Rahmen der Konzeptentwicklung möchte sich der JFK nun noch breiter aufstellen. Geplant ist die Schaffung eines Social-Coworking-Ortes für Ehrenamtliche der Ortsgemeinschaft, der Musik- und Kulturszene sowie die Einrichtung einer Land-Kunstschule. Darüber hinaus soll ein Café entstehen, das Synergien mit der benachbarten Ganztagsschule, der VHS und der Bibliothek schafft. Die „Ländliche Kulturtafel“ ist eine weitere Idee, die im neuen Dritten Ort entstehen soll.

Der JFK nimmt darüber hinaus aber auch die Herausforderungen des ländlichen Raums aus einer größeren Perspektive in den Blick und dies mit viel Selbstbewusstsein. Die Kulturangebote sollen gezielt auch für die „Menschen der Stadt“ sichtbar und erreichbar gemacht werden. Dafür werden personelle, räumliche und finanzielle Ressourcen benötigt, aber z.B. auch Konzepte der Öffentlichkeitsarbeit sowie der Erneuerung des ÖPNV. Der JFK will den ländlichen Raum neu denken, zeigen wie lebenswert er ist und welche Stärke in ihm stecken.

Unterstützt wird der JFK dabei von zahlreichen Akteuren aus dem lokalen Umfeld. Die Gemeinde Stemwede, der Musikschulverband Espelkamp Rahden Stemwede sowie der Stemweder Treff, eine Plattform für Fragen rund um die Gemeindeentwicklung, sind in die Konzeptentwicklung eingebunden. Weitere Partner sind lokale Musikerinnen und Musiker sowie andere  Künstlerinnen und Künstler, das ZWAR-Netzwerk, der Verein Bündnis ländlicher Raum im Mühlenkreis e.V., die mindenherforder Verkehrsgesellschaft mbH (ÖPNV) sowie der Kreis Minden-Lübbecke. Als Grundlage kann dabei auch auf den Kulturentwicklungsplan, der gemeinsam mit dem Kreis Herford aufgestellt wurde, zurückgegriffen werden.

Stadt Hamminkeln

Begründung der Jury

Aus einem Ort mit „hochkulturellem“ Ansatz, dem Schloss Ringenberg, soll ein „offenes Wohnzimmer“ für alle werden.
Die Jury hat die spannende Ausgangslage einer Einrichtung mit überregionaler Bedeutung hervorgehoben, die sich auf Basis eines starken Netzwerks weiterentwickeln möchte.

Hintergrund

Die Stadt Hamminkeln als großflächige ländliche Kommune mit sieben Dörfern verfügt über kein direktes Zentrum. In einem von der Stadt initiierten Prozess der Zukunftswerkstatt wurde Schloss Ringenberg als „identitätsstiftender Kulturort mit touristischen Potential“ aufgeführt. Schloss Ringenberg wird von der Stadtbevölkerung wie auch in der Region als besonderer Ort wahrgenommen. Das dort in fast 20 Jahren von der Derik-Baegert-Gesellschaft getragene Stipendiatenprogramm der bildenden Kunst hat zur Anerkennung in nationalen und internationalen Kunstkreisen geführt, allerdings nur begrenzt eine Einbindung in das Leben der Bevölkerung der ländlichen Region erfahren. Darüber hinaus steht das Programm an einem programmatischen Wendepunkt.

Als "Urbane Wohnstube" soll das Denkmal nun zu einem Dritten Ort weiterentwickelt werden, der Räume für zufällige Begegnungen, spartenübergreifende Kooperationen bietet und stärker als bisher auch ein Ort für die Bürgerinnen und Bürger Hamminkelns und benachbarter Kommunen werden soll.  

Das Schloss Ringenberg ist seit mehr als 50 Jahren ein Ort für Kultur und Tourismus sowie ein "Herzstück" für die Stadtbevölkerung. In der Stadt Hamminkeln gilt das 1220 als Wasserburg und 1661 als Wasserschloss erbaute Anwesen als das bedeutendere historische Baudenkmal und ist ein verbindendes Moment. 1987 hat die Stadt Hamminkeln das Schloss erworben und umfangreich saniert.

Bereits jetzt sind im Schloss Ateliers anzumieten, die den heutigen Ansprüchen des Kunstschaffens und der geplanten Neuausrichtung des Residenzprogramms nur noch bedingt genügen. Abgesehen von der dringenden Sanierungsbedürftigkeit einzelner Räume fehlen die Anbindung an "schnelles Internet", professionelle Beleuchtung sowie technische Voraussetzungen im Bereich der Medienproduktion. Neben Ausstellungsräumen beherbergt das Gebäude darüber hinaus ein Standesamt und eine Gastronomie. Der Innenhof und Schlossgarten gehören ebenfalls zur denkmalgeschützten Anlage und werden zur Zeit in geringem Umfang für Veranstaltungen genutzt. Daneben hat sich ein Landhauscafé mit hoher Fahrradtouristenfrequenz angesiedelt.

Das Potenzial des Ortes und die Identifikation mit dem Ort ist groß, nun soll es im Rahmen der Konzeptentwicklung darum gehen, weitere Akteure aus der Hamminkelner Stadtgesellschaft und Vereinslandschaft einzubinden und dann konkrete neue Formate der Nutzung zu etablieren und auszuprobieren. Das Neben- und Miteinander von Künstlerinnen, Künstlern und Stadtbevölkerung – von Internationalität und ländlicher Umgebung ist dabei die Besonderheit.

Stadt Bergneustadt

Begründung der Jury

Eine Gaststätte, der Jägerhof, soll als Dritter Ort für Kultur und Begegnung umgenutzt werden und einen regionalen Transformationsprozess in Gang setzen.

Die Jury hat besonders hervorgehoben, dass der Impuls aus der Theaterszene kommt und jetzt mit viel bürgerschaftlichem Engagement weiterentwickelt werden soll.

Hintergrund

Die "Kulturkneipe Jägerhof“ in Bergneustadt soll als „Dritter Ort“ Ankerpunkt für Kunst, Kultur, Kommunikation und Begegnung für alle Gesellschaftsteile und Generationen werden.

Ziel des Projektes ist es, die bereits bestehende Kulturszene der Stadt mit anderen Kunst- und Kulturschaffenden der Region an einem Ort zu vernetzen und die Gaststätte „Jägerhof“ als Kulturort zu erhalten und zu beleben. Der, „Jägerhof“ war über Jahrzehnte das kulturelle und kommunikative Zentrum der Altstadt und der gesamten Stadtmitte und ist noch heute ein wohlbekannter und regional beliebter Treffpunkt.

Das Hauptgebäude, ein baulich nahezu unverändertes Fachwerkhaus mit angegliedertem Saal aus dem frühen 19. Jahrhundert ist ortsbildprägend und für die Identität der Bürgerinnen und Bürger von hoher Bedeutung. So symbolisiert die seit über 100 Jahren bestehende Gaststätte den Zusammenhalt der Altstädter und verkörpert viele Bergneustädter Traditionen.

Neben den kulturellen Angeboten soll der „Jägerhof“ auch als multifunktioneller Begegnungs – und Veranstaltungsort „von Bürgern für Bürger“ dienen. Der Saal kann in der Perspektive als flexibler Veranstaltungsort für Theateraufführungen, Konzerte, Kinovorführungen sowie für Kleinkunstveranstaltungen Chorproben oder Sitzungen des Stadtrates genutzt werden. Angrenzend sollen einige multifunktional nutzbare Räumlichkeiten, z.B. für die zahlreichen Bergneustädter Vereine, Kurse der Volkshochschule, Probemöglichkeiten für die Musikschule und weitere soziale, kulturelle und kreative Angebote entstehen. Die Gastwirtschaft soll als Treffpunkt in der Altstadt erhalten bleiben und betrieben werden.

Die Stadt Bergneustadt übernimmt erste organisatorische und impulsgebende Schritte. Perspektivisch soll durch den Prozess, in dem viele ehrenamtliche und kommunale Akteure, Vereine und Initiativen eingebunden werden sollen, ein langfristiges Nutzungs- und Betriebskonzept sowie eine möglichst bürgergetragene und gemeinnützige Trägerstruktur entwickelt werden. Darüber hinaus soll der „Jägerhof“ gemeinsam mit den angrenzenden Kommunen Teil des neuen „Kulturellen Cluster Oberberg-Mitte“ werden.

Heimat- und Naturverein Brachelen e.V., Hückelhoven

Begründung der Jury

Ein großer Bedarf nach Treffpunkten trifft auf ein breites Engagement. Der Dritte Ort soll an der ältesten, noch erhaltenen Mühle im Ort entstehen.

Die Jury hat das Projekt als „Initiative von unten“ ausgewählt und den Aktivierungsprozess sowie das hohe Identifikationspotenzial hervorgehoben.

Hintergrund

Der Heimat- und Naturverein Brachelen e.V. hat das Ziel aus der Zivilgesellschaft heraus für Brachelen einen „Dritten Ort“ an der ältesten, noch erhaltenen Mühle im Ort zu errichten.

Brachelen ist ein Stadtteil der Stadt Hückelhoven, die sich als ehemalige Zechenstadt noch in einer Umstrukturierungsphase sowohl in wirtschaftlicher und sozialer als auch kultureller Hinsicht befindet. Gleichzeitig muss sich der ländlich geprägte Kreis Heinsberg, zu der die Stadt Hückelhoven und der Stadtteil Brachelen gehören, gegen die städtischen Kreise Aachen und Mönchengladbach sowie die "Konkurrenz" aus dem Grenzgebiet durchsetzen. In Brachelen selbst fehlen insbesondere niederschwellige Treffpunkte und Räume, in denen sich Bürgerinnen und Bürger, Initiativen und Vereine zwanglos begegnen können. Gegenwertig besteht ein großes Bedürfnis nach Gemeinschaft und Zusammenhalt im Dorf in jeder Altersgruppe. Hier möchte der Heimat- und Naturverein Brachelen e.V. ansetzen und im Rahmen der Konzeptentwicklung und in Zusammenarbeit mit der Stadt Hückelhoven, Vereinen, Schulen und Privatpersonen einen an den örtlichen Bedarfen orientierten „Dritten Ort“ entwickeln.

Das avisierte Gebäude, an dem der „Dritte Ort“ entstehen soll, ist eine alte sanierungsbedürftige Mühle mit überdachten Hallen und einer Gebäudefläche von ca. 1100 qm. Als einziges Mühlengebäude dieser Art in der weiteren Umgebung hat der Ort einen starken Identifikationscharakter, der durch Umbaumaßnahmen wieder zu einem optischen "Highlight" werden könnte. Im Zuge der Konzeptentwicklung sollen die bauliche Realisierung geprüft und konkrete Nutzungsüberlegungen mit weiteren Partnern vor Ort entwickelt werden. Erste Ideen der Bewohnerinnen und Bewohner wie Kleinkunstbühne, Erzählcafé, Werkräume, Heimatmuseum, WLAN-Hotspot, Ausstellungsräume,"Chill-Ecke", musikalische Workshops, kleine Märkte, Exkursionen, "Schraubernachmittag", Skatturniere sind dabei der Anfang. Schlussendlich geht es darum, dass eine Vielzahl kultureller Angebote von Kleinkunst über Theater und Musik wachsen können, und die Bürgerinnen und Bürger Brachelens einen niederschwelligen Ort der Begegnung erhalten.

Eifelgemeinde Nettersheim

Begründung der Jury

Ausgangspunkt ist das Literaturhaus, das sich zusammen mit dem kommunalen „Kulturbüro“ zu einem „Haus der Kulturen“ weiterentwickeln will.

Die Jury hat das Projekt als ein gutes Beispiel für eine Gemeinde ausgewählt, die einen starken Transformationswillen aufweist und auf Kooperation mit vielen verschiedenen Akteuren setzt.

Hintergrund

Ausgangspunkt des Projektes ist das Literaturhaus Nettersheim, das sich zusammen mit einem kommunalen Kulturbüro zu einem „Haus der Kultur(en)“ weiterentwickeln will.

Schon heute dient das Literaturhaus als Ort für regelmäßig stattfindende kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen, Musikveranstaltungen, Schreibwerkstätten, Schauspiel und Kleinkunst. Auch von Bürgergruppen wird es für Versammlungen, Arbeitskreise und Kulturveranstaltungen genutzt. Neben den hauptamtlich arbeitenden Personen, werden die Öffnungszeiten durch Ehrenamt z.B. punktuell am Wochenende erweitert.

Das Projekt entwickelt sich auf fruchtbarem Boden. Durch die zentrale Lage des Gebäudes, gelegen mitten in Nettersheim, der Nähe zum Bahnhof und zu einem breiten Angebot an Versorgungseinrichtungen, auf Grund eines regen ehrenamtlichen Engagements und der bestehenden übergreifenden Kulturprojekte sind günstige Entwicklungsperspektiven vorhanden, um ein ambitioniertes "Haus der Kultur(en)" zu schaffen.
Der Gebäudekomplex besteht zum einen aus einem denkmalgeschützten Fachwerkaltbau, dessen Sanierung gerade abgeschlossen wurde. Zum anderen aus einem Neubau, der sich an das Bild des ursprünglichen Gebäudes anlehnt, ohne zu historisieren. Die Gebäude und deren Innenleben weisen schon heute einen einladenden und für unterschiedliche Nutzungen geeigneten Charakter auf, der Zugang ist ebenerdig, die Etagen sind barrierefrei per Aufzug zu erreichen. Im Haus unterhält die Gemeindebücherei ein reichhaltiges Medienangebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit 14.000 Einheiten.

Für die Weiterentwicklung des Literaturhaus zum "Haus der Kultur(en)" und zum "Dritten Ort" durch das zentrale Kommunale Kulturbüro sollen die horizontale Kooperation mit weiteren Kulturorten in den umliegenden Ortsteilen ausgebaut, die bürgerschaftlichen Beteiligungsprozesse intensiviert, für die vertikale Vertiefung kreative Methoden eingesetzt und weitere ideenreiche Akteure im Rahmen der Konzeptentwicklung gewonnen werden.

VPK - Viel Platz für Kultur e.V., Rheinbach

Begründung der Jury

Ein ehemaliges Schul- und Internatsgelände soll zu einem Dritten (Kultur-) Ort entwickelt werden.

Die Jury hat den Ansatz, der eine Mischung aus kommerziellen und nicht-kommerziellen Angeboten vorsieht, besonders hervorgehoben.

Hintergrund

Ziel der VPK- Viel Platz für Kultur e.V., einer bürgerschaftlich getragenen Initiative, ist es, ein ehemaliges Schul- und Internatsgelände mit Kirche in Rheinbach zu einem Dritten (Kultur-) Ort zu entwickeln.

Die heute noch stehenden Gebäudeteile des ehemaligen Gymnasiums „Hermannianum“ (gegr. 1882) haben eine besondere stadtgeschichtliche Bedeutung und liegen den Bürgerinnen und Bürgern am Herzen. Kurz nach dem Einstellen des Schulbetriebs hat sich aus ehemaligen Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums die Initiative "VPK - Viel Platz für Kultur" gebildet, um die noch vorhandenen Räume mit Veranstaltungen zu bespielen. Im Testbetrieb konnten schon mehrere Kulturangebote in Kooperationen mit weiteren Rheinbacher Vereinen erprobt werden.

Gleichzeitig fehlt zurzeit in Rheinbach ein "Dritter Ort", an dem man sich austauschen kann, an dem regelmäßige Kultur stattfindet und der eine offene niederschwellige Infrastruktur für alle anbietet. Im Rahmen der Konzeptentwicklung sollen die Nutzungsideen für einen „Dritten Ort“ in den Räumlichkeiten konkretisierst werden. Zentrale Bausteine sollen dabei Kultur, Begegnung und Gastronomie (in Fremd- oder Eigenregie) sein. Der Projektträger möchte auch die kommunalen Einrichtungen in die Entwicklungen und Ideenfindung einbinden.

Die denkmalgeschützten Bestandsgebäude bestehen u.a. aus einer voll ausgestatteten Aula für 200 Gäste inkl. Bühnentechnik, einer Großküche und vielen weiteren Räumen – vom  Einzelzimmer mit Bad bis hin zum alten Speisesaal und dem Kirchenraum für ca. 500 Besucherinnen und Besucher. Insgesamt sind die Gebäude in einem gepflegten Zustand, da Teile derzeit u.a. noch als Wohnungen von der Stadt Rheinbach für die Unterbringung von Flüchtlingen, von umliegenden Schulen als Veranstaltungsraum und von einem Catering-Service als Küche genutzt werden. Im Laufe des Prozesses soll zwischen den Nutzern geklärt werden, wie die Gebäude bzw. Gebäudeteile in eine langfristige Mischnutzung geführt werden können, sodass neben den zentralen kulturellen Angeboten auch Räume der Begegnung und des niederschwelligen Treffens für Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Initiativen entstehen.

Stadt Borken

Begründung der Jury

Musikschule mit anderen städtischen Einrichtungen als Ausgangspunkt. Geplant ist eine Kulturachse.

Die Jury hat das gut dargestellte Verständnis von einem „Dritten Ort“ sowie die Verknüpfung mit der Stadtentwicklung besonders hervorgehoben.

Hintergrund

Die Musikschule Borken ist mit über 1.700 Schülerinnen und Schülern einer der größten Kulturträger der Stadt Borken – verfügt aber seit ihrer Gründung in den 1970er Jahren über keine eigene zentrale Adresse. Ähnliches gilt für die Bücherei. Sie ist ebenfalls durch ihre Lage im Obergeschoß eines Gebäudes für die Borkener Bevölkerung wenig sichtbar. Für die zahlreichen Vereine gibt es keinen geeigneten Treffpunkt. Mit einem neuen Dritten Ort, der diese beiden wichtigen Kulturträger bündelt, soll sich das ändern. Er soll für Borken leisten, was der Handel alleine immer schwieriger leisten kann und eine große Baustelle der Stadt ist: Leben im Kern der Stadt.

Der Dritte Ort soll damit zwei zentrale räumliche Problemfragen lösen: Dezentrale Strukturen der Musikschule mit über 30 Unterrichtsorten führen nicht nur zu einer fehlenden Präsenz in Innenstadtlage und fehlenden, barrierefreien Räumen, sondern erschweren auch den Austausch zwischen Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrenden und neuen Zielgruppen. Neben der Angebotserweiterung um Kunst und Tanzen wird der Dritte Ort mit seinen Einrichtungen ein Ort der Begegnung und entspricht den Anforderungen einer Musikschule der Zukunft: Digital und der Ort für lebenslanges Lernen.

Auch die Remigius Bücherei befindet sich derzeit in einem Prozess der Zukunftsorientierung. In kirchlicher Trägerschaft, überwiegend städtisch finanziert, engagieren sich neben 4 fest angestellten über 40 ehrenamtlichen Kräfte, um den Betrieb zu gewährleisten. Sich den Anforderungen von Digitalisierung und gesellschaftlichem Wandel stellend, ist die Bücherei über das Programm „Den roten Faden finden – Wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“ auf dem Weg, eine Vision für das Jahr 2025 zu entwickeln: Von der Bücherei hin zu einem „Zentrum für Information und Begegnung".

Das Vorhaben „Dritter Ort“ in Borken fügt sich in eine Reihe von Maßnahmen der Stadtentwicklung ein. Er soll Teil der sukzessiven zu entwickelnden Kulturachse werden. Die Stadt Borken setzt zur Stärkung der Innenstadt rund um den Marktplatz ganz bewusst auf die Stärkung und Erneuerung kultureller Einrichtungen. Der Dritte Ort ist für Borken also der Platz, an dem Kultur vor Ort gelebt wird, eine Adresse hat und dort in Stadt und Gesellschaft konkret verankert wird.

Dafür braucht es starke und vielfältige Partner, die im Rahmen der Konzeptentwicklung an der Schärfung des Programms arbeiten. Die Federführung liegt dabei gleichermaßen bei der Musikschule Borken und dem Kulturkoordinator der Stadt Borken sowie der Remigius-Bücherei, einer Einrichtung der katholischen Kirche. Weitere kulturelle und musikalische Vereine sowie ein gastronomischer Partner sollen ebenfalls mit eingebunden werden. Darüber hinaus werden weitere Kooperationspartner wie das FARB, das Jugendwerk, die VHS und freie Szene ihren Beitrag zur Konzeptentwicklung und Verankerung des neuen Dritten Ortes leisten.

Heimatverein Burgsteinfurt e.V. & Dampfross e.V.

Begründung der Jury

In einer alten jüdischen Schule soll ein gemeinsamer Ort des kulturellen Lernens entstehen, der gleichzeitig als Bindeglied umliegender Kulturangebote fungieren soll.

Die Jury hat die gute Vernetzung vor Ort und die historische Kontextualisierung hervorgehoben.

Hintergrund

Die Vision ist es, aus der "Alten jüdischen Schule" und dem angrenzenden Garten der sogenannten „Hohen Schule“, der ältesten Universität Westfalens und heute Sitz des Kulturforums Steinfurt, einen neuen Dritten Ort für Austausch und gemeinsame interkulturelle und intergenerative Projekte zu schaffen: Identitätsstiftend, kreativ, offen, Innenstadt belebend und lebendig erinnernd.

Für die Stadt Steinfurt liegt in diesem Projekt die Chance, einen wichtigen Impuls für eine lebendige und attraktive Innenstadt zu setzen. Der Heimatverein Burgsteinfurt, der wie viele Heimatvereine Nachwuchssorgen hat, und Dampfross e.V., der außerschulische Bildungsträger für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, wollen sich aktiv und vor allem intergenerativ an der Quartiersentwicklung beteiligen.

Der Heimatverein ist in Steinfurt verwurzelt. Vielen jungen Menschen, Kindern und Jugendlichen, Zugezogenen, "Steinfurtern auf Zeit" fehlt diese Verwurzelung und der Zugang zur neuen Heimat. Die angestrebte programmatische Zusammenarbeit zwischen den beiden Vereinen an einem neuen Dritten Ort bietet die Möglichkeit, gemeinsam Neues zu lernen und zu entwickeln, im intergenerativen und interkulturellen Zusammenspiel von Altem, Bekanntem und Neuem, Fremdem. Um diesen Austausch zu ermöglichen, braucht es aber einen Platz, einen neuen Raum, in dem man sich neu begegnen und gemeinsam einlassen kann.

Die Entwicklung der ehemaligen jüdischen Schule und des angrenzenden Gartens bietet sich hierfür in besonderer Weise an. Das Areal liegt zentral und in direkter Nachbarschaft zur Hohen Schule, die mit dem Kulturforum Steinfurt bereits die VHS und die Musikschule unter einem Dach bündelt. Der neu entstehende Dritte Ort soll aber auch Angebote in fußläufiger Entfernung gelegener Einrichtungen wie z.B. Heimatmuseum, Stadtbücherei, der evangelischen Kirchengemeinde und Stadtmarketing und vor allem den Bürgern offen und zur Verfügung stehen. In unmittelbarer Nähe des Gebäudes befindet sich darüber hinaus der Standort der ehemaligen Synagoge, der heute lebendiger Erinnerungsort ist und weiter in den Blickpunkt rücken soll.

Nachhaltigkeit, Genuss, Regionalität und Kochen sind weitere Themenfelder, die in der jüdischen Schule und dem Garten gemeinsam neu angegangen werden sollen. Dampfross e.V. bringt hier viel Expertise mit, außerdem Neugier und Offenheit gegenüber neuen Formaten, die ansteckend wirken.

Mit der Arbeitsstelle Forschungstransfer der Universität Münster soll die Konzeptentwicklung nun dafür genutzt werden, das Projekt zu öffnen und die Bürgerschaft durch kreative Methoden zu beteiligen. Es sind ungewöhnliche Formate geplant, um das etwas aus dem Fokus der Aufmerksamkeit geratene Areal zu einem qualitätvollen Ort für Kultur und Begegnung zu entwickeln. Neben der Schärfung des Nutzungsprogramms für Gebäude und Garten werden auch gestalterisch-bauliche Fragestellungen eine Rolle spielen. Wichtig ist den Akteuren auch der Aufbau einer nachhaltigen Verantwortungsstruktur.

Stadt Rheine

Begründung der Jury

Ausgangspunkt der Planungen ist die in Gründung befindliche Jugendkunstschule, die mit Partnern ein niedrigschwelliges und vielschichtiges Angebot in der historischen Triebwagenhalle plant.

Die Jury hob positiv hervor, dass die Initiative auf einen Wunsch der Bürgerinnen und Bürger im Rahmen eines Kulturentwicklungsplans zurückgeht, und dass junge Menschen im Fokus der Aktivitäten stehen.

Hintergrund

In Rheine soll an einer zentralen und hochfrequentierten Stelle am Bahnhof in der sogenannten historischen Triebwagenhalle eine Jugendkunstschule entstehen, die sich als Dritter Ort mit vielfältigen kulturellen Nutzungen generationsübergreifend öffnet und zu einem Ort der Begegnung werden soll.
Die Jugendkunstschule, die sich aktuell im Rahmen einer Gründungsinitiative in Rheine entwickelt, erprobt bereits erste Angebote in angemieteten Räumen. Der derzeit noch völlig „leere“ Raum der Triebwagenhalle soll im Rahmen der jetzt beginnenden Konzeptentwicklung durch künstlerische Interventionen und partizipative künstlerische Aktionen Schritt für Schritt erobert werden. Nutzungen werden also nicht theoretisch erarbeitet, sie entstehen durch Ausprobieren. Ideen und Projekte können sich – insbesondere durch mitwirkende Nutzer – frei entfalten, und sich an die Bedürfnisse und Wünsche der jungen Menschen anpassen.

Bereits jetzt stehen neben der Stadt Rheine mit mehreren Fachabteilungen (Kulturservice, Jugendamt, Städtische Museen, Musikschule, Stadtarchiv) sowie dem Jugend- und Familiendienst als freiem Träger und der kulturellen Begegnungsstätte Kloster Bentlage, dem Kreis Steinfurt mit dem Projektlabor des Berufskollegs sowie interessierten kulturtreibenden Personen aus Rheine verschiedene Gruppen bereit, an dem Projekt konstruktiv mitzuarbeiten.

Erste Überlegungen sehen Räume für Theater, Tanz, Musik und bildende Kunst sowie Begegnung vor. Nutzungen sollen aus den Bereichen Konzerte, Lesungen, Kleinkunst, Open-Air-Veranstaltungen, Kulturmanagement/-gewerbe und kulturelle Dienstleistungen erfolgen.

Das Projekt setzt sehr bewusst darauf, den dauerhaften Dritten Ort offen zu gestalten. Er soll sich auch an zukünftige sich ändernde Bedürfnisse seiner Besucher- und Nutzergruppen anpassen können.

Die Triebwagenhalle in Rheine ist Teil der Kulturentwicklungsplanung und im Rahmen der integrierten Stadtentwicklungsplanung berücksichtigt.

Stadt Waltrop

Begründung der Jury

Viele Bürgerinnen und Bürger sind wenig verwurzelt in ihrer Stadt, viele sind sogenannte Auspendler. Mit dem Dritten Ort soll im Haus der Bildung und Kultur ein Ort der Identifikation und des Austausches geschaffen werden.

Die Jury hat die besondere Bedarfslage aufgrund Übergangsbereich zwischen Stadt (Ruhrgebiet) und Land betont und den Ansatz, dass Kultur als Impulsgeber für Stadtentwicklung verstanden wird, hervorgehoben.

Hintergrund

Die Stadt Waltrop möchte das bestehende „HBK - Haus der Bildung und Kultur“ zu einem „Dritten Ort“ entwickeln – ein Ort der Identifikation, des Austausches und der Begegnung.

Vor dem Hintergrund der Lage Waltrops an der Schwelle zwischen Ruhrgebiet und Münsterland, fühlen sich viele Bürgerinnen und Bürger wenig verwurzelt in ihrer Stadt, viele sind sogenannte Auspendler. Anstatt nur „Schlafort“ zu sein soll mit dem Dritten Ort in Zukunft ein „kultureller Heimatort“ geschaffen werden. Die Stadt sieht „Kultur“ dabei als Impulsgeber für die Stadtentwicklung.
Seit über 100 Jahren ist das noch heute gut erhaltene Gebäude mit kulturellen Merkmalen verknüpft. Lange Zeit „Spielstätte“ der Musikschule, ist es heute der Ort der Volkshochschule. Es beherbergt deren Büros und bietet mit 12 Unterrichtsräumen Platz für Kurse, Bildungsurlaube, Wochenend-Workshops und kulturelle Veranstaltungen wie Vorträge, Lesungen und Konzerte. Seit gut 10 Jahren ist das Haus auch „Heimat“ anderer städtischer Büros im Kulturbereich.

Kernstück der Weiterentwicklung zu einem „Dritten Ort“ soll die Neugestaltung der Stadtbücherei sein. Es ist vorgesehen, diese mit der gut etablierten Volkshochschule räumlich und programmatisch stärker zu verbinden, so dass den Interessen und Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer, v.a. auch Familien mit Kindern, stärker Rechnung getragen werden kann. Es sollen zusammen mit einem Café niederschwellige Angebote geschaffen werden, Räume die Aufenthaltsqualität bieten und Appetit machen auf Kultur- und Bildungsangebote. In Zukunft könnten mehre Räume für Gruppen, Vereine und Verbände zur Verfügung gestellt werden – eventuell auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten.

Da in Waltrop eine lange Tradition bürgerschaftlichen Engagements und gesellschaftlicher Partizipation besteht, soll im Rahmen des Prozesses der „Dritten Orte“ auf einer breiten Basis gemeinsam mit einer Vielzahl von Partnern, kommunalen Einrichtungen, freien künstlerischen und kulturellen Initiativen, Vereinen, Bürgerinnen und Bürgern das Haus der Bildung und Kultur weiterentwickelt werden.

Kulturelle Begegnungsstätten Was sind "Dritte Orte"?

Bei einem „Dritten Ort“ im Sinne des Programms handelt es sich im Kern um eine kulturell geprägte Einrichtung. Durch Öffnung und Vernetzung bzw. Bündelung von kulturellen Angeboten wie auch Angeboten der Bildung und Begegnung versteht sich diese Einrichtung als Ankerpunkt für kulturelle Vielfalt, als ein Beitrag der Kultur zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts, zur Schaffung von gleichwertigen Lebensverhältnissen und zur Stärkung von Identität. Die "Dritten Orte" sichern und erweitern die kulturelle Infrastruktur im ländlichen Raum und beziehen dabei haupt- und ehrenamtliche Aktivitäten gleichermaßen ein.

Zum Verständnis "Dritter Ort" im Sinne des Förderprogramms finden Sie im Downloadbereich eine Liste mit Merkmalen.

Das Programm richtet sich an Projektträger im ländlichen Raum. Es liegt die Gebietskulisse "NRW-Programm Ländlicher Raum" zu Grunde. Eine Übersichtskarte und eine Liste der Städte und Gemeinden finden Sie unten im Downloadbereich.

Förderprogramm "Dritte Orte" Häufig gestellt Fragen und Antworten (FAQ)

Warum wird das neue Förderprogramm mit Fokus "ländlicher Raum" aufgelegt?

In allen Regionen Nordrhein-Westfalens soll der Zugang zu Kunst, Kultur und kultureller Bildung gewährleistet sein. Die Sicherung einer kulturellen Grundversorgung steht in eher ländlichen, strukturschwachen Regionen besonderen Herausforderungen gegenüber. Gleichzeitig brechen auch (andere) Orte der Begegnung und des gesellschaftlichen Zusammenhalts wie z.B. Kirchen oder Begegnungszentren weg. Mit einem neuen Programm "Dritte Orte" sollen für bedarfs- und beteiligungsorientierte sowie innovative Vorgehensweisen im Hinblick auf die Transformation von Kultureinrichtungen Anreize geschaffen und Unterstützung angeboten werden.

Was ist ein "Dritter Ort" im Sinne des Förderprogramms?

Den "Dritten Ort" gibt es nicht, er entsteht im besten Fall "von unten", anlässlich einer spezifischen Situation vor Ort, orientiert an lokalen Bedarfen und Ressourcen und/oder durch engagierte Personen bzw. Einrichtungen. Als Rahmen gilt: ein "Dritter Ort" im Sinne des Förderprogramms ist

  1. ein Ort der Kultur (und Bildung),
  2. ein Ort der Begegnung,
  3. ein Ort der Vernetzung.

Weitere Merkmale, die bei der Konzeptentwicklung berücksichtigt werden sollten, finden sich in der Anlage zu den Ausschreibungsunterlagen unten im Downloadbereich.

Woher stammt der Begriff des „Dritten Ortes“?

Der Begriff "Dritter Ort" hat seinen Ursprung in der amerikanischen Soziologie und bezeichnet neben dem Wohnort als dem "Ersten Ort", der Arbeitsstätte als dem "Zweiten Ort", einen öffentlichen Ort, an dem man gern und regelmäßig verweilt, sich informell und zwanglos und in angenehmer Atmosphäre begegnet und austauscht.

Wie wird der „Ländliche Raum“ im Rahmen des Förderprogramms definiert?

Als ländlicher Raum im Sinne des Förderprogramms gilt die – weit gefasste – Gebietskulisse des NRW-Programms "Ländlicher Raum 2014-2020", das den Begriff für Nordrhein-Westfalen definiert. Sie wurde vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MULNV) entwickelt und wird auch für andere Förderprogramme angewendet. Die Antragsteller müssen in ihrer Bewerbung einen besonderen Bedarf bzw. eine besondere Funktion (z.B. regionaler Ankerpunkt) aufgrund ihrer Lage im ländlichen Raum darstellen bzw. können innovative und kooperative Ansätze für die kulturelle Infrastruktur beschreiben.

Zur Herleitung der Gebietskulisse gibt das unten beigefügte Papier "Herleitung der Gebietskulisse NRW-Programm „Ländlicher Raum“" des MULNV nähere Informationen.

Können sich für die Phase 2 der Förderung („Umsetzungsphase“) auch Projekte bewerben, die in der Phase 1 („Konzeptionsphase“) nicht gefördert wurden?

Ja, die Phase 2 steht sowohl den geförderten Projekten der Phase 1 offen als auch Projekten, die ohne Landesförderung bis zum 30.09.2020 ein tragfähiges Konzept entwickelt haben. Es ist geplant, parallel zur Phase 1 regionale Workshops zum Wissenstransfer und Austausch anzubieten, die allen Einrichtungen oder Initiativen offen stehen.

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Sie haben Fragen? Ihr Kontakt

Programmbüro "Dritte Orte"
c/o startklar a+b GmbH
Burgmauer 20
50667 Köln
E-Mail: info [at] dritteorte.nrw

Ministerium für Kultur und Wissenschaft

  • Catrin Boß
    Tel.: 0211 896-4826
    E-Mail: catrin.boss [at] mkw.nrw.de
  • Andrea Hankeln
    Tel.:0211 896-4825
    E-Mail: andrea.hankeln [at] mkw.nrw.de