Bunte Hände

Künstlerinnen und Künstler in die Kita

Damit Kulturelle Bildung in der Kindertageseinrichtung ein größeres Gewicht bekommt, schreiben wir für das Jahr 2022 Modellprojekte aus.

Künstlerinnen und Künstler in die Kita Projektausschreibung 2022

Die Kultusministerkonferenz hat im Jahr 2013 Empfehlungen zur kulturellen Kinder- und Jugendbildung verabschiedet. Der vorschulische Bereich spielt darin eine wichtige Rolle, um frühzeitig einen Zugang zur Kultur zu gewinnen. Insbesondere Kindertageseinrichtungen haben die Chance, schon bei jungen Kindern Vertrautheit mit kultureller Bildung zu schaffen, indem ihnen Möglichkeiten zur eigenen künstlerischen Betätigung und zum Entdecken der eigenen Fähigkeiten geboten werden.

Damit Kulturelle Bildung in der Kindertageseinrichtung ein größeres Gewicht bekommt, schreiben wir für das Jahr 2022 Modellprojekte aus und unterstützen Familienzentren und plusKITAs dabei, künstlerisch-kulturelle Vorhaben mit einer freien Künstlerin, einem Künstler oder in Kooperation mit einer Kultureinrichtung durchzuführen.  Ziel dieses Projektes ist es, Zugänge und Mitgestaltungsmöglichkeiten für Kinder zu schaffen, um sie von Anfang an künstlerisch zu begleiten und sie durch kreative Angebote in ihren Kompetenzen und Fertigkeiten zu fördern. Auch wollen wir die Chancengleichheit stärken und im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes sowohl Kinder als auch deren Eltern einbeziehen.

Beteiligen können sich Familienzentren und plusKITAs in kommunaler oder freier Trägerschaft, deren Projekte

  • in enger Zusammenarbeit zwischen professionellen Künstlerinnen und Künstlern und/oder Kunst- und Kultureinrichtungen mit pädagogischen Fachkräften stattfinden,
  • die kreative Tätigkeit der Kinder unterstützen und fördern,
  • Partizipationsmöglichkeiten der Kinder vorsehen,
  • dazu beitragen, die alltagsintegrierte kulturelle Bildung in der Kita zu stärken.

Bewerbung und Voraussetzungen

Zur Bewerbung senden Sie bitte eine Projektskizze (Umfang max. 4.000 Zeichen einschl. Leerzeichen), die sich u.a. an folgenden Eckpunkten orientiert an: kulturelle-bildung[at]mkw.nrw.de

  • Kurzpräsentation der Einrichtung (Träger, Anzahl Mitarbeitende, Anzahl Gruppen, Anzahl Kinder, pädagogische Schwerpunkte)
  • Beschreibung der Projektidee
  • Mit welchem Künstler / welcher Künstlerin oder welcher Kultureinrichtung werden Sie kooperieren?
  • Welche Kunstsparte steht im Vordergrund oder welchen spartenübergreifenden Ansatz favorisieren Sie?
  • Beschreiben Sie die Möglichkeiten, Kulturelle Bildung in das Alltagsleben Ihrer Einrichtung zu integrieren.
  • Wie möchten Sie die kreativen Potentiale der Kinder unterstützen und fördern?
  • Wie werden die Kinder und Eltern bei der Projektdurchführung eingebunden (Partizipation)?
  • Welche Möglichkeiten sehen Sie, kulturelle Bildung nachhaltig in Ihrer pädagogischen Konzeption zu verstetigen?

Die Projekte können alle Kunstsparten umfassen oder auch spartenübergreifend durchgeführt werden. Die Förderung beinhaltet eine Konzeptphase, in der Kita und Künstler bzw. Künstlerin und/oder Kultureinrichtung das Projekt (weiter-)entwickeln, vorbereiten und umsetzen können.

Nach Ende des Projektes ist ein kurzer Bericht zu erstellen, der auf einem Fragenkatalog basiert und der Evaluation des Projektes dient. Dieser wird Ihnen nach Bewilligung des Projektes zur Verfügung gestellt.

Verbunden mit der Förderung wird die Bereitschaft der Künstlerinnen und Künstler, an einem Erfahrungsaustausch teilzunehmen und sich an der projektbegleitenden Evaluation zu beteiligen. Der Erfahrungsaustausch dient insbesondere der Praxisreflexion und sollen idealerweise gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften stattfinden.

Förderung:

2.700 Euro je Projekt und umfasst:

  • 40 Einheiten á 90 Minuten,
  • Mindestens 25 Einheiten sind für die Projektdurchführung vorzusehen.
  • Für die Vor- und Nachbereitung in Zusammenarbeit mit den Einrichtungen werden bis zu 15 Einheiten berücksichtigt.
  • Der Honorarsatz beträgt 27,50 Euro je 45 Minuten.
  • 500 Euro können für Sach- und Reisekosten verwendet werden.
  • Die Teilnahme an den projektbegleitenden Erfahrungsaustauschen/Fortbildungen ist kostenfrei.

Bewerbung erste Durchführungsphase:

Die Bewerbung ist laufend möglich. Senden Sie Ihre Bewerbung bitte ausschließlich elektronisch an: kulturelle-bildung[at]mkw.nrw.de 

Bis zum jeweiligen Monatsende eingegangene Bewerbungen werden von der Jury bewertet. Sie erhalten unmittelbar nach der Jurysitzung eine Mitteilung, ob Ihr Projekt für eine Förderung empfohlen wird. Im Falle einer Juryempfehlung werden Sie aufgefordert, einen förmlichen Zuwendungsantrag auf der Grundlage der eingereichten Projektskizze bei der für Sie zuständigen Bezirksregierung zu stellen. Bitte beachten Sie: Mit dem Projekt darf nicht begonnen werden, bevor ein Bewilligungsbescheid der Bezirksregierung vorliegt oder sich mit der Bezirksregierung auf einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn verständigt wurde.“

Durchführungszeitraum:

Die Projekte sollten bis zum 31.12.2022 abgeschlossen werden. Für die Durchführung ist selbstverständlich je nach Altersstufe ein unterschiedlicher zeitlicher Aufwand zu berücksichtigen, der in Absprache mit der Einrichtung festzulegen ist. Einheiten können wöchentlich und/oder in Blöcken durchgeführt werden und sollten sich über mehrere Monate so verteilen, dass eine nachhaltige Wirkung und Verstetigung kultureller Bildungsprozesse erreicht werden kann. Insbesondere, wenn mit kurzen Durchführungszeiträumen geplant wird (unter 3 Monate), sollte dies in der Projektskizze begründet werden.

Um eine ausreichende Projektlaufzeit zu gewährleisten, sollten Bewerbungen spätestens bis zum 31.08.2022 eingehen. Bei einer positiven Juryentscheidung über die Bewerbung ist der Antrag bei der zuständigen Bezirksregierung dann bis zum 30.09.2022 zu stellen.

Weitere Voraussetzung:

Die Künstlerinnen und Künstler sollten möglichst über Erfahrungen in der Projektarbeit mit Kindern verfügen. Ein erweitertes Führungszeugnis ist erforderlich, damit die Kooperationspartner in der Einrichtung tätig werden können. Das Führungszeugnis muss nicht bereits mit den Bewerbungs- oder Antragsunterlagen versandt werden, sondern ist der Einrichtung vor Beginn des Projektes vorzulegen.

 

Bitte richten Sie Fragen zu dieser Ausschreibung ausschließlich per Mail an kulturelle-bildung[at]mkw.nrw.de.

FAQ zur Förderung von Projekten "Künstlerinnen und Künstler in die Kita" 2022

Die Ausschreibung richtet sich an Kindertageseinrichtungen, die als Familienzentrum oder plusKITA anerkannt sind.

Die Ausschreibung für Modellprojekte in 2022 richtet sich zunächst nur an Einrichtungen, die als Familienzentrum oder plusKITA anerkannt sind. Hintergrund ist, dass in dieser Pilotphase ein besonderer Schwerpunkt auf die Verknüpfung von kultureller Bildung mit der Elternarbeit unter den besonderen Bedingungen dieser Einrichtungen gelegt wird. Falls zukünftig auch andere Kindertageseinrichtungen für die Förderung infrage kommen, wird dies auf der Website des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft beziehungsweise in einem neuen Förderaufruf bekanntgegeben.

Die Bewerbung ist durch die Kindertageseinrichtung zu stellen. Die Projektskizze sollte Angaben dazu enthalten, mit welchem Künstler, welcher Künstlerin oder Kultureinrichtung kooperiert werden soll.

Zur Bewerbung senden Sie bitte eine Projektskizze (Umfang max. 4.000 Zeichen einschl. Leerzeichen) an: kulturelle-bildung[at]mkw.nrw.de. Die Bewerbung kann in gängigen Dateiformaten eingereicht werden, es ist kein Formblatt vorgegeben. Die Projektskizze sollte jedoch mindestens auf die folgenden Aspekte eingehen:

  • Kurzpräsentation der Einrichtung (Träger, Anzahl Mitarbeitende, Anzahl Gruppen, Anzahl Kinder, pädagogische Schwerpunkte)
  • Beschreibung der Projektidee
  • Mit welchem Künstler / welcher Künstlerin oder welcher Kultureinrichtung werden Sie kooperieren?
  • Welche Kunstsparte steht im Vordergrund oder welchen spartenübergreifenden Ansatz favorisieren Sie?
  • Beschreiben Sie die Möglichkeiten, Kulturelle Bildung in das Alltagsleben Ihrer Einrichtung zu integrieren.
  • Wie möchten Sie die kreativen Potentiale der Kinder unterstützen und fördern?
  • Wie werden die Kinder und Eltern bei der Projektdurchführung eingebunden (Partizipation)?
  • Welche Möglichkeiten sehen Sie, kulturelle Bildung nachhaltig in Ihrer pädagogischen Konzeption zu verstetigen?

Die Bewerbung entspricht einer Interessensbekundung, die von der Fachjury hinsichtlich ihrer Qualität beurteilt wird. Der für eine Projektförderung erforderliche Zuwendungsantrag wird dadurch nicht ersetzt. 

Nach der Jurysitzung werden Sie schnellstmöglich per E-Mail über die Entscheidung informiert.

Wenn Ihr Projekt für eine Förderung empfohlen wird, können Sie anschließend bei der für Sie zuständigen Bezirksregierung auf Basis der eingereichten Bewerbung einen Antrag auf Projektförderung stellen. Die Bezirksregierung wird separat durch das Ministerium über die Förderungsempfehlung informiert.

Die Antragstellung erfolgt online. Bitte folgen Sie dabei dem Link zu Kulturweb: https://www.kultur.web.nrw.de/onlineantrag#login . Gegebenenfalls müssen Sie sich zunächst registrieren.

Bitte wählen Sie in Kulturweb "Kulturelle Bildung - sonstige Projekte" aus und machen Sie im Rahmen der Antragstellung unbedingt die folgenden Angaben, damit Ihr Antrag eindeutig Ihrer Bewerbung zugeordnet werden kann:

  • Geben Sie die für Ihr Projekt vergebene laufende Nummer an (z.B. 001). Die laufende Nummer wird Ihnen per E-Mail mit der Nachricht der positiven Juryentscheidung durch das Ministerium übermittelt.
  • Laden Sie Ihre Projektskizze im finalen Stand hoch.

Im Rahmen des Projektantrags sind die Kosten entsprechend der für das Projekt vorgesehenen Förderung anzugeben (je Projekt mit 40 Einheiten á 90 Minuten: 500 Euro Sachkosten, 2.200 Euro Personalkosten für das Honorar).

Die Einbindung mehrerer Künstlerinnen oder Künstler in einem Projekt ist möglich, wenn die Einheiten zwischen den Künstlerinnen oder Künstlern aufgeteilt werden. Die Förderung der Personalkosten pro Projekt umfasst allerdings auch in diesem Fall nicht mehr als 40 Einheiten à 55 Euro.

Die im Jahr 2022 begonnen Projekte sollten bis zum 31.12.2022 abgeschlossen sein. Dabei ist selbstverständlich je nach Altersstufe ein unterschiedlicher zeitlicher Aufwand zu berücksichtigen, der in Absprache mit der Einrichtung festzulegen ist. Die Einheiten zur Projektdurchführung können wöchentlich und/oder in Blöcken durchgeführt werden. Da mindestens 25 Einheiten à 90 Minuten für die Projektdurchführung vorgesehen sind, ist der Durchführungszeitraum angemessen lang zu gestalten. Falls Sie einen von sechs Monaten abweichenden Projektzeitraum vorsehen, begründen Sie dies bitte in Ihrer Projektskizze

Die im Jahr 2022 begonnen Projekte sollten bis zum 31.12.2022 abgeschlossen sein. Zurzeit ist nicht vorgesehen, dass Einheiten eines Projektes erst im Folgejahr durchgeführt werden.

Die Teilnahme ist für die kooperierenden Künstlerinnen und Künstler verpflichtend.

Für die Projekte in der Pilotphase 2022 ist im Jahr 2022 zunächst ein Erfahrungsaustausch vorgesehen, der insbesondere die einrichtungs- und regionenübergreifende Vernetzung der Teilnehmenden unterstützen soll. Außerdem bietet der Austausch die Gelegenheit, Erfahrungen und Anregungen einzubringen, die bei der zukünftigen Gestaltung der Rahmenbedingungen berücksichtigt werden können. Unter anderem wird dabei weiterer Fortbildungsbedarf erhoben.

Die Organisation der Erfahrungsaustausche und Fortbildungen erfolgt zunächst zentral durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft und das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration.

Im Rahmen der Erfahrungsaustausche und Fortbildungen, die die Kita-Projekte begleiten, wird ein Schwerpunkt auf die Kooperation mit Einrichtungen der frühkindlichen Bildung gelegt. Damit steht das Tandem aus Künstlerin oder Künstler bzw. Mitarbeitenden der Kultureinrichtung und der pädagogischen Fachkraft einer Kindertageseinrichtung im Fokus. Eine vorherige Teilnahme an Fortbildungen aus dem Programm "Kultur und Schule" ersetzt die Teilnahme daher nicht.

Wenn mehrere Projekte in einer Kita geplant sind, muss für jedes Projekt eine eigene Bewerbung eingereicht werden, in der deutlich wird, dass sich die Projekte unterscheiden (Inhalte, Kunstsparte, Zeitraum, Zielgruppe/Teilnehmende…). Zum Beispiel: Es findet in einer Kita zeitgleich ein Musik- und ein Kunstprojekt mit unterschiedlichen Künstlerinnen statt oder es finden zeitversetzt zwei Projekte statt, die sich auf unterschiedliche Altersgruppen beziehen.

                           

Eine Künstlerin kann in mehreren Kitas Projekte mit ähnlichen Inhalten durchführen. Allerdings sollte in jeder Bewerbung deutlich werden, wie durch das Projekt kulturelle Bildung in der pädagogischen Konzeption und dem Einrichtungsalltag verankert werden soll oder wie Eltern/Familien beteiligt werden. Dabei sind einrichtungsspezifische Besonderheiten zu berücksichtigen. 

Aus der Bewerbung sollte hervorgehen, warum die Künstlerinnen und Künstler für das Projekt qualifiziert sind. Dies ergibt sich insbesondere aus der Ausbildung, (Berufs-)Erfahrung, gegebenenfalls auch durch Mitwirkung an Ausstellungen, Aufführungen oder anderen Formaten zur Präsentation künstlerischer Werke oder der Kunst- und Kulturvermittlung. Vorhergehende Erfahrungen in der Kulturellen Bildung sind wünschenswert. Ein Studium an einer Kunst- oder Musikhochschule ist keine zwingende Voraussetzung. Grundlage für die Entscheidung über die Förderempfehlung ist die Qualität der Projektskizze mit Blick auf pädagogische und künstlerische Aspekte. Aus der Projektskizze sollte hervorgehen, wie die Künstlerinnen und Künstler gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften die kreative Tätigkeit der Kinder unterstützen und fördern werden und welche Partizipationsmöglichkeiten sie vorsehen.