Bunte Kabel.

Digitalisierung an Hochschulen

Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft fördert die Digitalisierung an den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen mit einer Stärkungsinitiative. Vorhaben aus den Bereichen Studium und Lehre, Infrastruktur und Administration werden ab 2019 aufgebaut und unterstützt.

Förderung an Hochschulen Digitalisierungsoffensive

Das Land startet eine Digitalisierungsoffensive an den Hochschulen: Dafür stellt das Ministerium für Kultur und Wissenschaft den Hochschulen ab 2019 jährlich zusätzlich 50 Millionen Euro zur Verfügung. Gemeinsam mit der "Digitalen Hochschule NRW (DH-NRW)" werden die Voraussetzungen für ein hochschulübergreifendes Kompetenz- und Serviceportfolio in den Bereichen Studium und Lehre, Infrastruktur und Administration geschaffen. Die Vorhaben reichen von einer Hochschulcloud über Online-Kurse bis hin zur Einführung der E-Akte.

2019 Vorgesehene Fördervorhaben

Die folgenden Fördervorhaben für 2019 sind bisher vorgesehen. Die jeweilige Konsortialführerin für das Vorhaben ist in Fettschrift gekennzeichnet.

Studium und Lehre

heureka.nrw

Ein neues landesweites Onlineportal für Studium und Lehre soll digitale Lehr- und Lernformate stärker in der Präsenzlehre verankern. Das Portal wird bestehende Angebote wie den „Studiport“ integrieren, auf den gesamten Student-Life-Cycle ausweiten und neue Funktionalitäten und Services umfassen. Für den Austausch freier Lern- und Lehrmaterialen soll zudem ein Content-Marktplatz eingerichtet werden. In zwei Vorprojekten wird in 2019 der Bedarf für ein solches Portal an den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen erhoben, ein Umsetzungskonzept und ein Prototyp für den Content-Marktplatz erarbeitet. Die notwendige Interoperabilität mit Projekten in anderen Bundesländern, insbesondere Baden-Württemberg, wird berücksichtigt.

Konsortien: RWTH Aachen, FH Aachen, HS Bochum, U Bochum, U Duisburg-Essen, hbz, TH Köln, U Paderborn

hm4mint.nrw

Es wird ein modularisierter Online-Kurs zur Höheren Mathematik I für die Ingenieurwissenschaften entwickelt und im zukünftigen landesweiten Online-Portal für alle Studierende in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung gestellt. Der Kurs wird unter den teilnehmenden Hochschulen curricular verankert, untereinander anerkannt und mit ECTS-Punkten bewährt. An zwei Terminen im Jahr werden Abschlussklausuren angeboten.

Konsortium: RWTH Aachen, FH Aachen, HS Bonn-Rhein-Sieg, HS Bochum, U Bochum, TU Dortmund, HS Düsseldorf, TH Köln, FH Münster, HS Niederrhein, HS Ostwestfalen-Lippe, HS Rhein-Waal, HS Ruhr-West, U Siegen, FH Südwestfalen, U Wuppertal
AdeLeBK.nrw

Entwicklung von E-Learning-Modulen für die kleinen beruflichen Fachrichtungen der Maschinenbautechnik und Elektrotechnik in der Lehramtsausbildung, welche ein integratives und adaptives Lernen der jeweiligen fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Studieninhalte ermöglichen. Die Module werden so konzipiert, dass sie von allen Hochschulen in Nordrhein-Westfalen mit entsprechenden Lehramtsstudiengängen genutzt werden können. Sie werden im zukünftigen landesweiten Online-Portal zur Verfügung gestellt.

Konsortium: U Paderborn, Westfälische HS, U Wuppertal

medienkompetenz.nrw

Die Medienkompetenz gehört heute neben dem Lesen, Rechnen und Schreiben zu den unverzichtbaren Kulturtechniken. Sie ist entscheidend für die heutige Teilhabe an Wissen und Kommunikation, für gesellschaftliche Partizipation und berufliche Entwicklung, ohne den bestehenden Bildungskanon zu ersetzen. Die Hochschulen werden darin unterstützt, sich künftig sehr viel stärker digitalen Medien und der Vermittlung von Medienkompetenz von Studierenden und Lehrenden zu öffnen und curricular zu verankern:

  • E-Learning-Kurs „Digitale Kompetenzen“
    Im Online-Portal „Studiport“ soll ein modular aufgebauter Grundkurs „Digitale Kompetenzen“ entstehen, der als Selbstlernangebot als auch zum Einsatz in der Präsenzlehre hochschulübergreifend einsetzbar sein wird. Das Kursangebot wird modularisiert aufgebaut und mit den bisherigen Angeboten im „Studiport“ verknüpft sein.
    Konsortium: U Wuppertal (Antrag mit weiteren Konsorten in Planung); U Bochum („Studiport“)
  • Data Literacy Education (Förderlinie)
    Digitale Fähigkeiten, statistische Kompetenzen und der Umgang mit der digitalen Analyse großer Datenmengen sowie die kritische Beurteilung der Ergebnisse stellen disziplinübergreifend neue Querschnittskompetenzen dar. Diese Kompetenzen haben jedoch in den Fachdisziplinen spezifische Ausprägungen, so dass in den Curricula der jeweiligen Studiengänge der Erwerb dieser Kompetenzen entsprechend zu berücksichtigen ist. Mit dem zukünftigen Förderprogramm „Data Literacy Education.NRW“ (voraussichtlich II. Quartal 2019) soll der Erwerb von data literacy – Kompetenzen für Studierende aller Fächer an den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen etabliert werden.

Digitale Infrastruktur

hpc.nrw

Ein aufzubauendes und zu etablierendes HPC-Kompetenznetzwerk schafft die personellen und organisatorischen Voraussetzungen, dass die Expertise der großen HPC-Zentren (Ebene 2) mit Beratungsdienstleistungen auf Ebene 3 der Versorgungspyramide kombiniert werden kann. Es bietet eine kompetente und thematisch breit aufgestellte Anlauf- und Beratungsstelle für die HPC-Nutzenden in Nordrhein-Westfalen. Es wird ein Netzwerk thematischer Cluster für niederschwellige Ausbildungs-, Beratungs- und Coaching-Angebote geschaffen. Ziel ist, die Hochleistungsrechen-  und Speicheranlagen effektiv und effizient zu nutzen und auch frisch graduierte und promovierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu unterstützen. Die vorhandenen Ressourcen und Angebote im Land werden zudem transparent dargestellt. Für das Netzwerk wird eine Koordinierungsstelle an der RWTH Aachen eingerichtet. Alle 12 Standorte erhalten eine zusätzliche Personalstelle, die aus Eigenmitteln verdoppelt wird. Zur Sicherstellung der Grundversorgung für Standorte ohne Ebene 3-Zentren und der Fachhochschulen bieten die Ebene 2-Zentren einen einheitlichen, strukturierten Zugang für HPC-Nutzende aller Hochschulen in Nordrhein-Westfalen an.

Konsortium: RWTH Aachen, U Bielefeld, U Bochum, U Bonn, TU Dortmund, U Düsseldorf, U Duisburg-Essen, U Köln, U Münster, U Paderborn, U Siegen, U Wuppertal

hochschulcloud.nrw

Mit der hochschulcloud.nrw wollen die Hochschulen die neuen Möglichkeiten der Dienstenutzung und -erbringung durch moderne Cloudtechnologien nutzen. In der hochschulcloud.nrw sollen sowohl etablierte Dienste wie der Cloudspeicher Sciebo integriert als auch zukünftig neue Dienste wie z.B. „Infrastructure as a Service“ (laaS), Backup, Spam- und Virenschutz, Groupware (E-Mail, Kontakte, Kalender etc.) als Clouddienste sukzessive angeboten werden. Die hochschulcloud.nrw wird als verteilte Cloud bei mehreren Hochschulrechenzentren aufgebaut, die sich schwerpunktmäßig als Betreiber mit bestimmten Diensten befassen. Folgende Dienste werden in 2019 eingeführt:

  • Cloudspeicherdienst
     Der von der Universität Münster seit 2015 betriebene Cloudspeicherdienst sciebo – die Campuscloud wird derzeit von 28 Hochschulen aus Nordrhein-Westfalen und dem Forschungszentrum Jülich genutzt. Mit derzeit über 100.000 aktiven Nutzerinnen und Nutzern und dem Einsatz in fast 2.000 Forschungsprojekten ist sciebo eine feste Größe im Hochschulalltag geworden. Der Eigenbetrieb mit Standorten in Nordrhein-Westfalen sichert – im Gegensatz zu kommerziellen Lösungen – die datenschutzrechtlichen Vorgaben der DSGVO. Weitere Hochschulen, u.a. die Kunst- und Musikhochschulen, aus Nordrhein-Westfalen sollen als Nutzer gewonnen werden. Zukünftig wird der Cloudspeicherdienst an der Universität Münster als sciebo „Next Generation“ gebündelt. An zwei unterschiedlichen Standorten werden insgesamt 11 PB Speicher zur Verfügung gestellt.
    Konsortium: U Münster

idm.nrw

Der Aufbau einer „Digitalen Servicestruktur“ für die Hochschulen in Nordrhein-Westfalen und die damit verbundene gegenseitige Serviceerbringung setzt ein föderiertes Identity Management an den Hochschulen voraus. Nutzerinnen und Nutzer erhalten über ihre zunächst lokale ID Zugang zu allen auch übergreifenden Services.  Als Ziel gilt ein möglichst ortsunabhängiger und hochschulübergreifender Zugang zu den NRW-Diensten:

  • Machbarkeitsstudie föderiertes Identity Management
    Erarbeitung und Konzeptionierung einer gemeinsamen Vorgehensweise zur Etablierung eines föderierten Identity Managements für die Hochschulen in Nordrhein-Westfalenund in enger Abstimmung mit dem Deutschen Forschungsnetz (DFN).
    Konsortium: RWTH Aachen, U Bielefeld,U Bochum, U Duisburg-Essen, U Köln

it-proc.nrw

Es besteht das Ziel, eine „Servicestelle IT-Beschaffungen, IT Rechtsfragen, Rahmenverträge und (Landes-)Lizenzen“ einzurichten. Im Vorprojekt sollen Wege und Optionen identifiziert werden, wie die aus jahrelanger Praxis verteilt entstandenen Kompetenzen und Expertisen an den Hochschulen gebündelt und produktbezogen zu einem landesweiten Service als „Single Point Service“ für alle Hochschulen in Nordrhein-Westfalen weiterentwickelt werden können.
Konsortium: RWTH Aachen, FH Bielefeld, U Bochum, TU Dortmund, HS Düsseldorf, hbz, U Köln, Kompetenzzentrum Finanzwesen NRW

Administration

erp.nrw

Ziel ist es bis zum Jahr 2025 landeseinheitliche Mastersysteme für das Ressourcenmanagement (ERP-Systeme) in SAP und MACH bereit zu stellen. Allen Hochschulen des Landes wird damit ermöglicht, auf diese Systeme zu migrieren. Voraussetzung hierfür ist der sukzessive Aufbau einer entsprechenden Betriebs- und Supportstruktur. Ein geeigneter Zeitpunkt für eine solche Vereinheitlichung ergibt sich aus den bevorstehenden grundlegenden Softwareupdates in beiden Produktlinien.
In einem ersten Schritt wird in 2019 und 2020 untersucht, wie eine Vereinheitlichung bei den unterstützen Prozessen, bei der Konfiguration und beim Betrieb innerhalb einer Produktlinie aussehen kann.

egovernment.nrw

Zur Vorbereitung auf eine vollständige Umsetzung des E-Government-Gesetzes an allen Hochschulen erfolgt der Aufbau von Vernetzungsstrukturen und Kompetenzen sowie die Durchführung von Pilotierungen zum Thema E-Akte und E-Vorgangsbearbeitung. Ein Konsortium aus mehreren Hochschulen wird sich mit den für die Hochschulen relevanten Fragestellungen rund um die Thematik der prozessorientierten elektronischen Aktenführung und der elektronischen Vorgangsbearbeitung beschäftigen, diese in Dokumentenmanagementsystemen implementieren und im Praxiseinsatz erproben.

fachverfahren.nrw

Es gibt eine Reihe von sog. Fachverfahren im Land, deren Mitnutzung für die Hochschulen attraktiv ist. Hierzu gehören das Vergabemanagementsystem, der Einkaufskatalog, der zentrale E-Rechnungseingang sowie das Meldeportal. Für die E-Government-Prozesse ist auch eine Mitnutzung der Servicekonten des Landes sinnvoll. Voraussetzung ist ein niederschwelliger Zugang der Hochschulen zum Landesverwaltungsnetz. Hierzu erhalten die Hochschulen einen gemeinsamen Zugangspunkt zum sogenannten „Verbindungsnetz“.
In einem ersten Schritt ist für 2019 geplant, den Hochschulen einen gemeinsamen Zugangspunkt zum sogenannten „Verbindungsnetz“ zur Verfügung zu stellen sowie eine Mitnutzung der Hochschulen des zentralen E-Rechnungseinganges und Vergabemanagementsystems des Landes zu fördern.

cris.nrw

Das vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte Projekt CRIS.NRW bereitet die nordrhein-westfälischen Hochschulen auf die Implementierung des vom Wissenschaftsrat definierten Kerndatensatz Forschung und die Einführung von Forschungsinformationssystemen (FIS) an den Hochschulen vor. Der Projektumfang soll jetzt mit dem Ziel ausgeweitet werden, zu einem landesweit einheitlichen Vorgehen bei Softwareauswahl (Landeslizenz), Einführung und Betrieb zu kommen. Hinzu kommt die Harmonisierung der landesweiten Berichterstattung auf Basis des Kerndatensatzes. In 2019 beabsichtigen 6 Hochschulen im Rahmen von CRIS.NRW auf Basis der Software der HISeG Forschungsinformationssysteme einzuführen.

Konsortium: U Münster (Antrag in Planung), U Bielefeld, FH Dortmund, U Düsseldorf, FH Niederrhein, FH Rhein-Waal, FH Ruhr-West, U Wuppertal