Ein Mann sitzt in einem Museum vor drei Kunstwerken.

Unterstützung für Künstlerinnen und Künstler sowie Kulturinstitutionen

Alle Informationen zum Stipendienprogramm „Auf geht’s!" für freischaffende Künstlerinnen und Künstler sowie zum Kulturstärkungsfonds für Kultureinrichtungen finden Sie auf dieser Seite.

NRW-Stärkungspaket „Kunst und Kultur"

Um die lebendige und vielfältige Kulturlandschaft Nordrhein-Westfalens zu sichern und kreative Potenziale freizusetzen, stellt das Land angesichts der Auswirkungen der Corona-Krise insgesamt 185 Millionen Euro bereit. Das Kulturstärkungspaket besteht aus zwei Bausteinen: Einem großangelegten Stipendienprogramm für freischaffende Künstlerinnen und Künstler in Höhe von 105 Millionen Euro sowie einem Stärkungsfonds für Kultureinrichtungen in Höhe von 80 Millionen. Die Mittel sind Teil des umfassenden Konjunkturpakets des Landes. Inklusive des NRW-Stärkungspakets „Kunst und Kultur“ und den weiteren zuvor ergriffenen Maßnahmen belaufen sich die zusätzlichen Mittel des Landes zur Unterstützung der Kultur während der Corona-Pandemie auf mehr als 200 Millionen Euro. Das entspricht fast 75 Prozent des Kulturetats 2020 von 274 Millionen Euro.

1.    „Auf geht’s!" Das Stipendienpogramm für freischaffende Künstlerinnen und Künstler

Mit einem umfangreichen Stipendienprogramm will das Land Nordrhein-Westfalen Künstlerinnen und Künstler dabei unterstützen, ihre Arbeit trotz der weiterhin notwendigen Einschränkungen durch die Corona-Epidemie fortzusetzen und ihre künstlerischen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entfalten. Die Stipendien sollen helfen, begonnene Projekte zum Abschluss zu bringen, neue Vorhaben zu konzipieren oder umzusetzen oder auch neue Vermittlungsformate zu entwickeln und auszuprobieren. Ziel ist der Erhalt einer lebendigen und vielfältigen nordrhein-westfälischen Kulturszene.

Ausgeschrieben werden bis zu 15.000 Stipendien, die mit je 7.000 Euro dotiert sind. Bewerben können sich freischaffende, professionelle Künstlerinnen und Künstler aller Sparten, deren Hauptwohnsitz in Nordrhein-Westfalen liegt und die ihre künstlerische Tätigkeit im Haupterwerb betreiben. Voraussetzung für die Antragsstellung ist eine aussagefähige künstlerische Biographie oder die Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse bzw. einem einschlägigen Künstlerverband sowie die Angabe von zwei Referenzen.

Förderfähig sind

  • künstlerische Projekte aller Sparten, die mit Unterstützung des Stipendiums realisiert werden sollen,
  • die Entwicklung und Umsetzung neuer kreativer Ansätze der Kunstproduktion und -vermittlung z.B. Online-Formate, interaktive Projekte, Online-Kooperationen bei interdisziplinären Arbeiten etc.,
  • Recherchearbeiten für künftige Projekte.

Eine kurze Beschreibung des geplanten Projekts (max. 1.500 Zeichen) erfolgt im Online-Antrag, der voraussichtlich ab dem 10. August 2020 hier zur Verfügung stehen wird.

2.    Kulturstärkungsfonds für Kultureinrichtungen

Während das Bundesprogramm „Neustart Kultur“ vor allem die privatwirtschaftlich tätigen Kulturstätten aller Sparten in den Blick nimmt, konzentriert sich der Kulturstärkungsfonds des Landes auf die maßgeblich vom Land oder den Kommunen getragenen, kulturell bedeutsamen Einrichtungen sowie auf freie gemeinnützige Initiativen. Die Mittel unterstützen Einrichtungen, die wegen Corona-bedingter Einschränkungen keine ausreichenden Einnahmen erwirtschaften können und sich daher in einer finanziell angespannten und den Weiterbetrieb gefährdenden Situation befinden.

FAQ zum "Auf geht‘s!"- Stipendienprogramm Bitte beachten Sie, dass eine Antragstellung für das Stipendienprogramm für freischaffende Künstlerinnen und Künstler zurzeit noch nicht möglich ist. Das Antragsverfahren wird am 10. August freigeschaltet.

Ziel des Programms

Ziel ist der Erhalt einer lebendigen und vielfältigen nordrhein-westfälischen Kulturszene. Mit dem Stipendium sollen Künstlerinnen und Künstlern eine materielle Unterstützung für ihre künstlerische Tätigkeit erhalten.

Wie kann ich das Stipendium beantragen?

Eine Antragstellung ist lediglich über das Online-Formular möglich, das auf der Webseite des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft zu finden ist. Eine anderweitige Antragstellung (bspw. per Mail, postalisch oder telefonisch) ist nicht möglich.

Bis wann ist eine Antragstellung möglich?

Eine Antragstellung ist bis zum 30.9.2020 möglich. Die Bewilligungen erfolgen im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel, die ggf. auch vor Ende dieser Frist ausgeschöpft sein können. Die Anträge werden nach Eingang beschieden.

Wie viele Stipendien werden in welcher Höhe vergeben?

Es können bis zu 15.000 Stipendien vergeben werden, die mit je 7.000 Euro ausgestattet sind.

Wer kann einen Antrag stellen?

Für die Stipendien können sich freischaffende, professionelle Künstlerinnen und Künstler aller Sparten als Einzelperson bewerben. Ihr Hauptwohnsitz muss in Nordrhein-Westfalen liegen und die künstlerische Tätigkeit muss im Haupterwerb betrieben werden.

Wie weise ich die professionelle künstlerische Tätigkeit nach?

Als Nachweis gilt die Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse oder in einem einschlägigen Künstlerverband. Auch die künstlerische Biographie kann als Nachweis dienen.

Kann ich meine professionelle Künstlerschaft auch durch einen Steuerbescheid nachweisen?

Nein, das ist nicht möglich.

Welche Fach-/Berufsverbände sind gemeint?

Einschlägige Künstlerverbände sind bspw.

  • Berufsverband Kinematografie
  • Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK),
  • Bundesverband Schauspiel
  • Deutsche Jazzunion
  • Deutsche Orchestervereinigung
  • Deutscher Künstlerbund e.V.
  • Deutscher Rock- und Popmusikerverband
  • Deutscher Tonkünstlerverband (DTKV)
  • Deutscher Verband für Fotografie
  • GEDOK
  • Künstlerkarte Düsseldorf
  • PEN
  • Verband der Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS),
  • Vereinigung Alte Musik

Die Liste ist nicht abschließend. Eine Prüfung erfolgt im Rahmen der Antragstellung.

Ich bin freier Journalist/freie Journalistin und in der Künstlersozialkasse (KSK) versichert. Kann ich auch ein Stipendium beantragen?

Das Stipendienprogramm richtet sich entsprechend dem Ressortzuschnitt des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft ausschließlich an Künstlerinnen und Künstler. "Klassische" Journalistinnen und Journalisten als eigenes Berufsbild unterscheiden sich deutlich von den frei schöpferischen Künstlerinnen und Künstlern, für die unser Ministerium zuständig ist. Journalistinnen und Journalistenen sind zwar gemäß § 1 KSVG in der KSK versichert, aber ausdrücklich keine Künstlerinnen und Künstler. Die KSK ist doppelspurig für Künstlerinnen und Künstler auf der einen Seite und Publizistinnen und Publizisten im Sinne des § 2 KSVG angelegt.

Im Rahmen des Stipendienprogramms sind Journalistinnen und Journalistenen jedoch antragsberechtigt, sofern sie im Haupterwerb künstlerisch tätig sind und sich mit einem künstlerischen Projekt bewerben.

Ich bin freier Kurator/ freie Kuratorin. Kann ich auch ein Stipendium beantragen?

Ja, freie Kuratoren sind antragsberechtigt, sofern sie im Haupterwerb künstlerisch tätig sind und sich mit einem künstlerischen Projekt bewerben.

Was wird im Rahmen des Stipendiums gefördert?

Gefördert werden künstlerische Vorhaben bzw. Projekte. Dazu gehört auch die Entwicklung oder die Umsetzung neuer kreativer Ansätze der Kunstvermittlung.

Beispiele für förderfähige Vorhaben: Online-Konzerte, Formatentwicklung für die zukünftige Arbeit, Online-Ausstellung, Online-Mitmachprojekte, Recherchearbeiten für künftige Projekte, Schreiben von Manuskripten und Konzepten, Komponieren, Online-Kurse, interaktive Projekte, Online-Kooperationen bei interdisziplinären Arbeiten etc.

Welche Angaben sind im Rahmen der Antragstellung erforderlich?

Der Antrag muss folgende Informationen enthalten:

  • Persönliche Angaben (Name, Vorname, Steuernummer/Steuer-ID, etc.)
  • Bankverbindung
  • Ggf. KSK-Versicherungsnummer
  • Ggf. Mitgliedschaft in einem Künstlerverband
  • Künstlerische Vita
  • Zwei Referenzen
  • Sparte
  • Beschreibung des Vorhabens; Projektskizze (max. 1.500 Zeichen)

Nachweise und andere Unterlagen müssen auf Anforderung vorgelegt werden. Dem Antrag selbst können keine Anlagen beigefügt werden.

Was bedeutet zwei Referenzen?

Bitte geben Sie hier zwei Kontakte von Einrichtungen oder Personen an, die eine aussagekräftige Auskunft über Ihre künstlerische Tätigkeit geben können.

Muss ich geplante Projektkosten für mein Vorhaben angeben?

Nein. Sie müssen lediglich ein Projekt inhaltlich skizzieren. Wie Sie dies realisieren, bleibt Ihnen überlassen.

Können auch Arbeitsproben und weitere Materialien eingereicht werden?

Die Zusendung von Arbeitsproben, Katalogen, Büchern, Datenträgern o.ä. ist nicht möglich. Ungebeten zugesandte Materialien werden bei der Vergabe der Stipendien nicht berücksichtigt und nicht zurückgeschickt.

Muss ich meine Einnahmeausfälle oder meine finanzielle Situation darstellen?

Nein, dem Antrag müssen keine Belege über Honorarausfälle, Kontoauszüge oder Kostenkalkulationen oder sonstiges beigelegt werden. Allerdings müssen Sie bestätigen und auf Anforderung nachweisen können, dass Ihre künstlerische Tätigkeit bedingt durch die Corona-Pandemie wesentlich beeinträchtigt ist und Sie durch die Corona-Krise erhebliche Einnahmeausfälle haben.

Was muss ich bei der Eingabe meiner Steuernummer beachten?

Die Finanzverwaltung hat ein neues bundeseinheitliches Schema für die Steuernummer mit einer fixen Länderkennung am Beginn eingeführt. Steuernummern für Menschen mit Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen beginnen daher immer mit einer 5, auch wenn noch nicht alle Finanzämter dieses neue Schema in ihren Schreiben verwenden. Die 5 ist im Antragsformular voreingestellt und darf nicht überschrieben werden.

Kann ich das Stipendium für mehrere Arbeitsprojekte beantragen?

Nein. Jede Person kann das Stipendium nur einmal beantragen.

Können das Stipendium nur Einzelpersonen oder auch freie Gruppen beantragen?

Das Stipendienprogramm richtet sich ausschließlich an Einzelkünstlerinnen und -künstler; Gruppen sind nicht antragsberechtigt. Der Projektantrag muss individuell verfasst sein, die eigene Arbeit soll deutlich ausgearbeitet sein. Dennoch können Sie natürlich im Zuge Ihres Projekts mit anderen zusammenarbeiten.

Wer entscheidet über die Vergabe der Stipendien?

Über die Vergabe der Stipendien entscheidet die jeweils zuständige Bezirksregierung.

Wie wird die Entscheidung bekanntgegeben?

Die Bezirksregierung als bewilligende Stelle wird einen Bescheid zusenden.

Wann werden die Stipendienbeträge ausgezahlt?

Die Stipendien werden zeitnah nach der Antragsprüfung ausgezahlt.

Muss das Geld in diesem Jahr ausgegeben werden?

Da es sich um ein Stipendium handelt, verzichten wir auf einen zahlenmäßigen Nachweis und bitten lediglich um die Vorlage eines Sachberichts, aus dem die ordnungsgemäße Verwendung hervorgeht.

Wie weise ich die Arbeit an meinem Projekt nach?

Antragstellerinnen und Antragsteller verpflichten sich mit der Antragstellung, ihre durch das Stipendium ermöglichte künstlerische Arbeit in Form eines Sachberichts zu dokumentieren und diesen der bewilligenden Stelle unaufgefordert bis zum 30.06.2021 zuzuleiten.

Müssen die Mittel ggf. zurückgezahlt werden?

Bei zweckmäßiger Verwendung müssen die Mittel nicht zurückgezahlt werden.

Das Stipendium wird allerdings zurückgenommen, wenn Angaben nicht wahrheitsgemäß gemacht wurden und die Vergabe des Stipendiums somit zu Unrecht erfolgte. Auch kann eine Rückforderung erfolgen, wenn kein Sachbericht bis zum 30.6.2021 eingereicht wurde. Die Mittel sind dann unverzüglich in voller Höhe, einschließlich Zinsen, zurückzuzahlen.

Müssen die im Rahmen des Stipendiums erarbeiteten Konzepte umgesetzt werden?

Eine Umsetzung ist wünschenswert, aber nicht zwingend erforderlich.

Kann ich das Stipendium auch dann beantragen, wenn ich bereits Leistungen nach SGB II beziehe, also etwa die vereinfachte Grundsicherung?

Ja. Das Stipendium steht allen oben genannten Personen offen.

Wird das Stipendium auf die Grundsicherung angerechnet werden?

Nein, die Stipendien werden nicht auf die Grundsicherung angerechnet.

Können die Stipendiengelder auch für die Lebenshaltung eingesetzt werden?

Die Stipendien dienen nicht der Absicherung des Lebensunterhalts. Sie verfolgen einen darüberhinausgehenden Zweck.

Schließen sich die MKW-Soforthilfe und das Stipendienprogramm aus?

Nein. Auch wer die MKW-Soforthilfe oder die NRW-Soforthilfe erhalten hat, kann ein Stipendium beantragen.

Wird das Stipendium auch gewährt, wenn die Künstlerin/der Künstler bereits von anderen öffentlichen Förderern ein Stipendium oder eine andere Förderung erhält?

Das Stipendium wird nicht gewährt, wenn für das beantragte Projekt bereits eine andere Förderung zugesagt oder in Aussicht gestellt ist. Andere öffentliche Förderungen wie z.B. die Überbrückungshilfe sind nicht förderschädlich.

Haben Sie noch offene Fragen?

In den meisten Fällen finden Sie bereits in den hier aufgeführten FAQ die Antwort auf Ihre Frage.

Sollten Sie darüber hinaus noch weitere Fragen haben, wenden Sie sich gerne mit einer E-Mail an corona [at] mkw.nrw.de.

Unterstützung für Privattheater

Um Privattheater zu unterstützen, die aufgrund der Corona-bedingten Einstellung des Spielbetriebs unverschuldet in finanzielle Engpässe geraten sind, stellt das Land 700.000 Euro in Form von Liquiditätshilfen zur Verfügung. Damit ergänzt das Land das Konjunkturprogramm des Bundes und die Nothilfen der Kommunen. Die Unterstützung richtet sich grundsätzlich an alle professionell arbeitenden Privattheater in Nordrhein-Westfalen, die bisher keine institutionelle Förderung des Landes erhalten und angesichts des Umfangs ihres Spielbetriebes die Existenzkrise nicht allein über die bereits vorhandenen Soforthilfen überwinden können. Die Unterstützung steht größeren professionellen Theatern in privater Trägerschaft mit überregionaler Relevanz zur Verfügung, die selbst produzierend tätig sind und einen durchgehenden Spielbetrieb haben. Ziel des Unterstützungsprogramms ist es, durch Einnahmeausfälle entstandene Defizite der Monate März bis Juni zu kompensieren, die den Theatern in Folge der Corona-Krise entstanden sind. Die Förderung wird von den Bezirksregierungen verwaltet und kann bis zum 31. Juli 2020 beantragt werden. Weitere Informationen zum Antragsverfahren stehen im Laufe der KW27 über die Bezirksregierungen zur Verfügung.

Kontaktinformationen zu den Bezirksregierungen finden Sie hier.

NRW-Soforthilfe 2020 für Solo-Selbständige und kleine Unternehmen

Wer ist antragsberechtigt?

Solo-Selbständige und kleine Unternehmen sowie freiberuflich tätige Künstlerinnen und Künstler und Kulturschaffende.

Welche Art von Unterstützung?

Finanzielle Soforthilfe in Form von Zuschüssen zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenz und zur Überbrückung von akuten Liquiditätsengpässen. Damit können insbesondere laufende Betriebskosten wie Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten und ähnliches bezahlt werden. Solo-Selbständige – also Selbständige ohne Beschäftigte, Einzelkünstler etc. – und Kleinstunternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten können im Rahmen dieses Programms eine Einmalzahlung in Höhe von 9.000 Euro für drei Monate erhalten.

Alle Informationen rund um die Corona-Hilfen der Bundesregierung für Künstlerinnen und Künstler finden Sie unter: https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/hilfen-fuer-kuenstler-und-kreative-1732438
 

Wo kann der Antrag auf Corona-Soforthilfe gestellt werden?

Sie können Anträge für die Corona-Soforthilfe direkt und digital beim NRW-Wirtschaftsministerium unter https://www.wirtschaft.nrw/coronavirus-informationen-ansprechpartner stellen. 

Bitte beachten Sie, dass Sie Mittel aus diesem Programm ausschließlich online beantragt werden können. Die Anträge können bis zum 31. Mai 2020 gestellt werden.

Hier finden Sie zudem eine hilfreiche Zusammenstellung von Informationen zu häufig gestellten Fragen zum Programm: https://www.wirtschaft.nrw/nrw-soforthilfe-2020.

Vertrauensschutzlösung

Die Landesregierung hat in Bezug auf die NRW-Soforthilfe 2020 eine schnelle, faire Vertrauensschutzlösung entwickelt. Denn nach dem Willen der Bundesregierung darf die Soforthilfe nur für laufende betriebliche Sach- und Finanzaufwendungen verwendet werden und nicht für den Lebensunterhalt. Damit Solo-Selbstständigen, die im März und April keinen Antrag auf Grundsicherung gestellt haben, daraus kein Nachteil entsteht, gewährt die Landesregierung ihnen für diese Monate einen indirekten Zuschuss von insgesamt 2000 Euro. Die getroffene Regelung zur NRW-Soforthilfe gilt auch für freischaffende Künstlerinnen und Künstler, die bis Ende April einen Antrag auf NRW-Soforthilfe gestellt haben.

Weitere Unterstützungsmöglichkeiten Grundsicherung

Kulturschaffende, denen durch die aktuelle Krise das Einkommen wegbricht, können zur Sicherung ihres Lebensunterhalts von den Jobcentern Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) erhalten. 

Wer zwischen 1. März und 30. September 2020 Corona-bedingt einen Antrag auf Grundsicherung stellt, für den gelten erleichterte Zugangsvoraussetzungen. Die Einzelheiten entnehmen Sie bitte den nachfolgenden FAQ-Fragen.

Muss ich mich für die Antragstellung auf Grundsicherung arbeitslos melden oder meine Selbstständigkeit aufgeben?

Nein, Ihre Selbstständigkeit kann weiterlaufen. Es muss nur ein Antrag auf Grundsicherung gestellt werden.

Wo muss der Antrag auf Grundsicherung gestellt werden?

Zuständig ist das Jobcenter in der kreisfreien Stadt oder dem Kreis, in dem die Antragsteller ihren gewöhnlichen Wohnsitz haben. Die Kontaktdaten der einzelnen Jobcenter finden sich im Internet (z. B. unter der Dienststellensuche der Bundesagentur für Arbeit).

Wie erfolgt die Antragstellung?

Für die Beantragung der Leistungen stehen auf der Homepage der Bundesagentur für Arbeit vereinfachte Antragsformulare zur Verfügung, die Sie unter dem folgenden Link finden: Corona-Grundsicherung. Bei Jobcentern in gemeinsamer Trägerschaft von Bundesagentur für Arbeit und Kommune sowie bei einigen kommunalen Jobcentern kann der Antrag elektronisch hochgeladen, ausgefüllt und direkt ans Jobcenter übersandt werden.

Es besteht in jedem Fall die Möglichkeit, Anträge auch postalisch, per E-Mail oder zunächst nur telefonisch zu stellen; die Antragsunterlagen werden dann ggf. vom Jobcenter zugeschickt.

Gibt es die Antragsunterlagen auch in anderen Sprachen?

Die Antragsvordrucke selbst stehen nur in deutscher Sprache zur Verfügung.

Darüber hinaus gibt es im Intranet der Bundesagentur für Arbeit (s. Download-Center) aber die Kurzinformation „Arbeitslosengeld II/Sozialgeld“ in den weiteren Sprachen Arabisch, Englisch, Französisch und Persisch sowie die Broschüre „Einfach erklärt“ neben Deutsch in den Sprachen Arabisch und Englisch.

Gibt es eine zeitliche Frist, innerhalb derer der Antrag gestellt werden muss?

Die Antragstellung wirkt auf den Ersten eines Monats zurück. Der Antrag muss deshalb immer vor Ablauf des Monats gestellt werden, für den Leistungen der Grundsicherung begehrt werden. Eine rückwirkende Antragstellung für Zeiten vor dem laufenden Monat ist rechtlich nicht möglich.

Welche Leistungen werden vom Jobcenter erbracht?

Die Grundsicherung nach dem SGB II umfasst

  • monatliche Pauschalen für den Lebensunterhalt für jedes Familienmitglied (abhängig vom Alter zwischen 250 Euro und 432 Euro, s. Regelsätze),
  • ggf. Mehrbedarfe für besondere Personengruppen (z. B. für Alleinerziehende oder werdende Mütter),
  • die Übernahme der Unterkunfts- und Heizkosten,
  • Kosten für die Absicherung des Kranken- und Pflegeversicherungsschutzes,
  • Leistungen für Kinder und Jugendliche für Bildung und Teilhabe, z. B. Schulbedarfspaket zum Schulstart, evtl. Mittagsverpflegung oder Ausgaben für den Musikschulunterricht (sog. Teilhabeleistung, max. 15 Euro im Monat),
  • ggf. Einmalleistungen (z. B. für Erstausstattungen) sowie
  • Leistungen zur Arbeitsförderung (sofern erforderlich).

Weitere Auskünfte erteilt das örtlich zuständige Jobcenter gerne auch telefonisch.

Muss ich, wenn die Kosten für meine Unterkunft (Miete oder Wohneigentum) zu hoch sind, meine Wohnung aufgeben?

Grundsätzlich werden die Kosten für Unterkunft und Heizung nach dem SGB II in tatsächlicher Höhe übernommen. Dies gilt nach allgemeinen Regeln aber dann nicht, wenn diese Kosten unangemessen hoch sind. Der Höchstsatz variiert von Stadt zu Stadt, das jeweilige Jobcenter gibt gerne Auskunft über die festgesetzte Höhe.

Für Bewilligungszeiträume, die in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September 2020 beginnen, sieht das Sozialschutz-Paket insoweit eine Ausnahmeregelung vor: Danach gelten sämtliche Unterkunftskosten für die Dauer von sechs Monaten als angemessen, d. h. die Jobcenter erkennen diese Kosten für sechs Monate ungekürzt an. Damit ist gesichert, dass Betroffene, die infolge der COVID-19-Pandemie in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, grundsätzlich in ihrer Unterkunft verbleiben können und die dafür anfallenden Kosten gedeckt sind.

Wird die MKW-Soforthilfe, welche für die Monate März und April im Mai/Juni ausgezahlt wird, bei der Berechnung der Grundsicherung berücksichtigt?

Die Soforthilfe des Ministeriums für Kunst und Wissenschaft NRW in Höhe von 2.000 EUR wird nicht auf die Grundsicherung angerechnet, auch wenn eine Auszahlung erst im Mai oder später erfolgt ist.

Werden sonstige Einnahmen, z. B. aus selbstständiger Tätigkeit, angerechnet?

Bezüglich der Berücksichtigung von Einkommen sieht das Sozialschutz-Paket keine Privilegierung vor. Insoweit kommen die allgemeinen Grundsätze des SGB II zur Anwendung, wonach alle Einnahmen, die während des Leistungsbezuges zufließen, grundsätzlich auf die Grundsicherung anzurechnen sind.

Verfügen Sie also noch oder schon wieder über Einnahmen aus Ihrer Tätigkeit als Kulturschaffende, sind diese als Einkommen zu berücksichtigen. Die ersten 100 Euro Monatseinkommen werden aber wegen des Grundabsetzungsbetrags nicht berücksichtigt. Übersteigt das Einkommen 100 Euro, wird der Teil zwischen 100 Euro und 1.000 Euro in Höhe von 20 Prozent nicht angerechnet. Von dem Teil zwischen 1.000 und 1.200 Euro bleiben noch einmal 10 Prozent anrechnungsfrei. Bei Familien mit minderjährigen Kindern erhöht sich die Obergrenze auf 1.500 Euro.

Ich beziehe ein Einkommen in wechselnder Höhe. In welcher Höhe wird mein Einkommen dann berücksichtigt?

Ist die Höhe des monatlich zur Verfügung stehenden Einkommens zum Zeitpunkt der Bewilligung noch nicht bekannt, wird die Grundsicherung für Arbeitsuchende zunächst nur vorläufig bewilligt. Die Höhe des dabei angerechneten Einkommens wird das Jobcenter aufgrund der vorhandenen Nachweise schätzen.

Eine abschließende Entscheidung erfolgt aufgrund der Vorgaben des Sozialschutz-Paketes ausnahmsweise nur auf Antrag. Sofern also das prognostizierte Einkommen vom Jobcenter zu hoch eingeschätzt wurde, sollten Sie im Jobcenter einen Antrag auf Korrektur stellen. Wurde das Einkommen zu gering eingeschätzt, erfolgt grundsätzlich keine Korrektur für die Vergangenheit. Leistungsberechtigte sind aber dennoch verpflichtet, alle wesentlichen Änderungen ihrer Verhältnisse, wie höhere Einnahmen, im Jobcenter mitzuteilen.

Kontaktdaten für Kulturschaffende in den Jobcentern

Aachen

Mail: Jobcenter-Aachen.6162 [at] jobcenter-ge.de

Tel: 0241/88681- Durchwahlen 3451 oder 3462 oder 3459

Bielefeld

Mail: jobcenter-bielefeld.Herforder-Strasse-EKS626 [at] jobcenter-ge.de
Tel: 0521/556173626

Bochum

Mail: jobcenter-bochum.team361-selbstaendige [at] jobcenter-ge.de
Tel: 0234/93635009

Bonn

http://www.job-center-bonn.de/site/kontakt/

Dortmund

Mail: Jobcenter-Dortmund.Team230 [at] jobcenter-ge.de 

Tel: 0231/842-1110

Düsseldorf

Mail: jobcenter-duesseldorf.mitte-leistung-5508 [at] jobcenter-ge.de

Tel: 0211/91747758

Essen

Mail: Bereich-NKB [at] jobcenter.essen.de

Tel: 0201/8857985

Köln

https://www.jobcenterkoeln.de/site/de/corona_erreichbarkeit
https://www.jobcenterkoeln.de/corona_neuantrag

Kreis Lippe

www.jobcenter-lippe.de

Münster

https://www.stadt-muenster.de/jobcenter/index.html

Weiterführende Informationen zum Thema Grundsicherung finden Sie auf der Website des Kulturrats NRW und auf der Website der Bundesagentur für Arbeit.

Sonstige Unterstützungsmöglichkeiten

Kurzarbeitergeld

Der Bund hat kurzfristig Erleichterungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld beschlossen. Insoweit verweisen wir auf folgenden Link: www.arbeitsagentur.de/news/kurzarbeit-wegen-corona-virus. Auch Kultureinrichtungen wird empfohlen, sich dazu an die für sie zuständige Agentur für Arbeit zu wenden.
 

Arbeitslosengeld für freiberufliche Künstlerinnen und Künstler

Freiberufliche Künstler/innen haben als Selbständige grundsätzlich die Möglichkeit, sich freiwillig gegen Arbeitslosigkeit versichern. Sofern sie dies getan haben und die Voraussetzungen (Anwartschaftszeit von 6 Monaten) erfüllen, haben erhalten sie Leistungen als „Arbeitslosengeld I“. Der Antrag kann online gestellt werden. www.arbeitsagentur.de/antrag-arbeitslosengeld/.

Künstlersozialkasse

Einnahmeneinbußen sollten sofort bei der Künstlersozialkasse gemeldet werden. Damit sinken auch monatliche Beitragszahlungen. Die Künstlersozialkasse ist unbürokratisch bereit, fällige Beiträge zu stunden oder Voraussetzungen für Beitragsabsenkungen abzusenken. www.kuenstlersozialkasse.de

Verfahrenserleichterungen bei Förderungen

Neben der Soforthilfe schaffen Anpassungen in den regulären Förderverfahren Sicherheit für die Kultureinrichtungen und –akteure. Grundsätzlich gilt dabei: Die bereits bewilligten bzw. derzeit noch in Prüfung befindlichen Förderungen (Stichtag: 15. März 2020) im Gesamtvolumen von mehr als 120 Millionen Euro werden in jedem Falle ausgezahlt – auch dann, wenn die Veranstaltungen und Projekte aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt oder verschoben werden müssen.

Zusätzliche Ausnahmeregelungen sollen Veranstalter und Einrichtungen finanziell wie zeitlich entlasten: So können etwa Ausfallkosten, die durch Absagen entstehen, als zuwendungsfähige Ausgaben im Rahmen der Förderungen anerkannt werden sowie die üblicherweise bei der Verwendung von Fördermittel geltenden zwei-Monats-Fristen gelockert werden.

Wiederaufnahme des Kulturbetriebs

In Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie und des Infektionsgeschehens in Nordrhein-Westfalen ist angestrebt, die Maßnahmen im Kulturbereich in den kommenden Wochen und Monaten schrittweise zu reduzieren.

Die aktuellen Regelungen zu den gegebenen Infektionsschutzmaßnahmen finden Sie in der jeweils gültigen Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 (CoronaSchVO).